Das DHI Warschau auf dem 11. Tschechischen Historikertag in Olmütz

Das DHI Warschau war an der Organisation des 11. Tschechischen Historikertages in Olmütz (Olomouc) beteiligt, der vom 13.–15. September 2017 von der dortigen Palacký-Universität und dem Tschechischen Historikerverband veranstaltet wurde. Der Direktor des DHI Miloš Řezník wirkte seit Sommer 2016 im Organisationskomitee des Historikertages mit, und das Institut übernahm in Kooperation mit dem Philosophischen und dem Masaryk-Institut und -Archiv der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik die thematische und programmatische Ausgestaltung von zwei Sektionen.

In der Sektion „Funktionalität von Geschichte in der Spätmoderne“, die gemeinsam mit dem Philosophischen Institut der Tschechischen Wissenschaftsakademie vorbereitet wurde, wurde zum einen der gleichnamige Forschungsbereich des DHI Warschau und zum anderen die entsprechenden Forschungsansätze in Tschechien und Deutschland präsentiert. Das zweite Panel, das das DHI Warschau gemeinsam mit dem Masaryk-Institut und -Archiv der Tschechischen Akademie der Wissenschaften organisiert hatte, beschäftigte sich mit „Neuen Zugängen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs im Lichte des 100. Jahrestages“. Die Referentinnen und Referenten aus Tschechien und Polen nahmen die letzte große Welle des Interesses für den Ersten Weltkrieg in Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag seines Ausbruchs 2014 zum Anlass, um den dadurch in Gang gesetzten Wandel in der Historiografie zu diesem Thema zu beleuchten.
Außerhalb der beiden Panels hielt Miloš Řezník den Einführungsvortrag „Die historische Polonistik und der Historische Vergleich“ zur Spezialsektion des Historikertages „Polonistische Studien“.
Der Tschechische Historikertag dient traditionell auch der Vertiefung der Kontakte zwischen den Historikerverbänden Tschechiens und Polens. Als Organisatoren, Vortragende und Zuhörer waren auch zahlreiche Gäste aus Polen und Deutschland angereist.
Pünktlich zur Eröffnung des Kongresses erschien im Prager Verlag Lidové noviny eine umfangreiche Synthese der Geschichte Polens, deren Entstehung Miloš Řezník koordiniert und die er gemeinsam mit den Mediävisten Martin Wihoda (Brünn/Brno) und Tomasz Jurek (Posen) sowie dem Zeithistoriker Jiří Friedl (Brünn) verfasst hat. Diese seit der Mitte der 1970er Jahre erste tschechischsprachige Synthese der Geschichte des nördlichen Nachbarlandes der Tschechischen Republik konnte auf dem Historikertag in Olmütz zum ersten Male vorgestellt und angeboten werden.
Die Aktivitäten rund um den Historikertag stehen im Zusammenhang mit der geplanten ständigen Präsenz des DHI Warschau in Prag. Diese wird in Kooperation mit dem Collegium Carolinum München vorbereitet. Die neue Außenstelle des Instituts wird voraussichtlich in den ersten Monaten des Jahres 2018 ihre Arbeit aufnehmen.

25
Okt
Kolloquium
Beata Halicka (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder))
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