
Historische Forschung in Deutschland
Das A:AI Archiv wurde 1995 als regionale Sammlung für Architekten- und Ingenieursnachlässe mit Bezug zum Großraum Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Bestände reichen bis in das ausgehende 19. Jh. zurück, der Sammlungsschwerpunkt liegt in der Überlieferung der Nachkriegsarchitektur. Die Bestände umfassen 31 Nachlässe und 11 zum Teil sehr umfangreiche Nachlassbibliotheken. Die Übernahme weiterer Nachlässe wird kontinuierlich verfolgt. Dabei wird angestrebt, den gesamten verfügbaren Bestand des jeweiligen Nachlasses zu sichern. Dies umfasst Originalpläne, Akten, Modelle, architekturbezogene Bibliotheken und sämtliche das planerische Umfeld beleuchtende Archivalien.
Das Architekturmuseum der TU Berlin ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Europa. Die Bestände gehen auf die Sammlungen der Berliner Bauakademie zurück und reichen vom 18. Jh. bis in die Gegenwart. Besondere Schwerpunkte sind die Architektur der Schinkelschule, die großen Entwurfswettbewerbe des Kaiserreiches sowie bedeutende Einzelnachlässe aus dem 20. Jh. Die Bestände werden fortlaufend ergänzt und umfassen heute ca. 110.000 Handzeichnungen, Fotografien und Drucke, die zum größten Teil auch online recherchiert werden können.
Der enorme Bestand des größten Spezial- und Forschungsarchivs für Architektur in Deutschland umfasst Dokumente der Fakultät für Architektur seit dem 16. Jh. Nachlässe bedeutender Architekten werden kontinuierlich übernommen. Im Archiv befinden sich 500.000 Zeichnungen und Pläne von 700 Architekten, 100.000 Originalphotographien sowie eine Vielzahl an Modellen und Archivalien. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der deutschen Architektur vom 19. bis 21. Jh.
Die 1987 gegründete Architektursammlung umfasst einen Bestand von 300.000 Plänen und Zeichnungen, 2500 Architekturmodellen, 80.000 Fotografien und 800 Metern Aktenmaterial. Hauptsammlungsgebiet sind Dokumente zur Architektur- und Stadtplanungsgeschichte des 20. Jahrhunderts, die in und für Berlin entstanden sind. Der Bestand umfasst Nachlässe und Einzelwerke bedeutender Architekten, behördliche Wettbewerbsarchive, Formenarchive sowie das ehemalige Fotoarchiv der Ost-Berliner Bauverwaltung.
Das 1976 gegründete Archiv hat neben der Bewahrung von Zeugnissen aus der Bauhausgeschichte und -gegenwart die wissenschaftliche Aufarbeitung und Präsentation in Publikationen und Ausstellungen zur Aufgabe.
Schwerpunkt der Sammlung ist die Dessauer Phase der Jahre 1925-1932 mit Objekten wie Grafiken, Plastiken, Gemälde, Zeichnungen, Fotos, Möbelstücke, Architekturpläne, Unterrichtsschriften der Bauhaus-Meister u.a.
Die Sammlung zur aktuellen Stiftungsarbeit umfasst systematische Dokumentationen zu Gestaltungsprojekten des Kollegs, Studien zur Stadtforschung und Ergebnisse der Bauforschung. Ergänzt werden die Bestände durch eine umfangreiche Foto- und Videodokumentation und eine Entwurfs- und Plansammlung. Die öffentliche Forschungs- und Informationsbibliothek mit historischen und aktuellen Beständen sowie der Projektdokumentation bieten Titel und Fachzeitschriften zu den Themen Stadt und Stadtgestaltung, Architektur, Landschafts- und Umweltgestaltung, aber auch zu Kunst, Design, Typografie, Grafik, Fotografie, Theater u.a.m.
Das Bauhaus-Archiv dokumentiert die Geschichte des Bauhauses sowie die Resultate seiner Arbeit in Kunst, Unterricht, Architektur und Design. Zum Bestand gehören Studien aus dem Unterricht, Werkstattarbeiten aus allen Designbereichen, Architekturpläne und -modelle, künstlerische Fotografien, Dokumente. Das Fotoarchiv ist ein einzigartiges Bildarchiv zur Geschichte des Bauhauses, seinen Personen, Werkstätten und Produkten, Es umfasst auch Aufnahmen der Sammlungsgegenstände des Bauhaus-Archivs. In der frei zugänglichen Spezialbibliothek wird die Literatur zum Bauhaus, seinem Umfeld und seinen Künstlern, Architekten und Designern möglichst vollständig gesammelt. Darüber hinaus werden Kunst, Architektur, Fotografie und Design des 20. Jhd., schwerpunktmäßig der 1920er Jahre, umfassend dokumentiert.
Die Bauhaus-Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar umfassen Gemälde, Handzeichnungen, Druckgraphiken, typographische Arbeiten, Kunsthandwerk und Designobjekte sowie Originalfotografien, Studienarbeiten aus dem Unterricht und Dokumente mit dem Fokus auf die Weimarer Bauhausjahre 1919-1925. Es handelt sich damit um eine Sammlung zur europäischen Moderne, in deren Zentrum das Bauhaus steht. Eng mit der Bauhaus-Sammlung verbunden ist die Kollektion mit Werken Henry van de Veldes und seiner Kunstgewerbeschule in Weimar 1902-1915 und die Sammlung zur Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar unter Leitung von Otto Bartning 1926-1930 in direkter Bauhausnachfolge.
Der Sammlungsschwerpunkt des Baukunstarchivs liegt im 20. Jh., obwohl es auch vereinzelte Bestände aus früheren Jahrhunderten betreut. Wie keine zweite Architektursammlung dokumentiert das Baukunstarchiv die Berliner Moderne seit 1900 bis in die Wirtschaftswunderzeit der alten Bundesrepublik. Nach der Wende von 1989 wurden zudem wichtige Bestände aus dem Gebiet der DDR akquiriert, sowie Nachlässe von Emigranten erworben. Bedeutend sind die Nachlässe von Hugo Häring, Hans Scharoun sowie von Bruno und Max Taut. Zu den Beständen gehören auch Archive von Architektur-Fotografen und -Theoretikern.
Die Bibliothek des DAM umfasst einen Bestand von 20.000 Bänden zur Architekturgeschichte seit 1800. Den Kern bilden die Nachschlagewerke mit Lexika, Handbüchern, Bibliographien, biographischen Sammelwerken und topographisch orientierten Architekturführern. Schwerpunkte liegen im Bereich der Architekturtheorie und bei den Architektenmonographien. In der Periodika-Abteilung werden neben historischen Beständen internationale Zeitschriften und Jahrbücher gehalten. Spezialsammlungen bilden die Büchernachlässe von Architekten wie Ernst May, Mart Stam oder Max Cetto. Der Archivbestand des DAM umfasst schwerpunktmäßig die nationale und internationale Architektur des 20. Jh. Neben bedeutenden Architekten beinhaltet dies auch Künstler, die sich mit dem Thema Architektur auseinandersetzen. Das DAM verfügt derzeit über 51 Werkarchive und bemüht sich um ständige Ergänzung und Aktualisierung.
Das 1964 gegründete Archiv ist das größte Nachlassarchiv zur deutschen Kunst und Kultur seit dem 19. Jh. bis heute. Gesammelt werden schriftliche Nachlässe des deutschsprachigen Raums aus dem Bereich der bildenden Kunst, also von Malern, Graphikern, Bildhauern, Fotografen, Architekten, Kunsthistorikern, Kunsthändlern und Kunstsammlern. Drucksachen und Zeitungsausschnitte erweitern das Sammlungsgebiet. Die Bestände werden durch Verzeichnisse erschlossen, um sie der Forschung zugänglich zu machen.
Das Hamburgische Architekturarchiv sammelt Materialien zur Baugeschichte Hamburgs, etwa Dokumente Hamburger Architekten und Stadtplaner. Die Bestände umfassen Unterlagen, Vor- und Nachlässe von Privatpersonen, Unternehmen, Einrichtungen und Ämtern. Dazu gehören Dokumentationen und Akten von Wohnungsbaugesellschaften, oder Architekturwettbewerbe. Den eigentlichen Sammlungsschwerpunkt des Archivs bilden Bestände und Nachlässe von Hochbau-Architekten sowie die Landschafts- und Gartenarchitektur.
Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS bilden die einzige auf die Architektur- und Planungsgeschichte der DDR spezialisierte Sammlung in Deutschland. Als Nachfolgeeinrichtung aus dem ehemaligen Institut für Städtebau und Architektur (ISA) der Bauakademie der DDR werden hier wichtige Archivunterlagen aus der Bau- und Planungsgeschichte, Vor- und Nachlassmaterialien von Planern und Architekten der DDR, Wettbewerbsunterlagen und Pressedokumentationen aufbewahrt und für die Forschung aufbereitet. Auf der Quellengrundlage des Archivmaterials wird hier mit einem dezidiert politik- und sozialgeschichtlichen Konzept die Planungs- und Baugeschichte der DDR erforscht.
Das SAAI sammelt, archiviert und konserviert Materialien zum Werk bedeutender Architekten und Ingenieure, Bauhistoriker, Architekturfotografen sowie Garten- und Innenarchitekten, die vornehmlich im deutschen Südwesten oder von hier aus in aller Welt tätig waren. Der zeitliche Schwerpunkt der Sammlung liegt im 20. Jahrhundert. Das SAAI erforscht diese Bestände und stellt sie für die Forschung zur Verfügung.
