
Historische Forschung in Polen
Die elektronische Version der Bibliografie der Geschichte Polens, bearbeitet vom Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Institut für Nationales Gedenken, enthält dieselben Angaben wie die jeweiligen Jahrgänge der Buchausgabe. In der elektronischen Version sind derzeit die Jahrgänge 1988-2007 verfügbar. Für 2010 ist die schrittweise Digitalisierung der Jahrgänge 1980-1987 geplant.
Die Datenbank wird vom Gedenkstättenrat in Zusammenarbeit mit den Wojwodschaften in ganz Polen erstellt. Die Datenbank ist noch nich vollstädnig, es werden fortlaufend neue Daten und Bilder bisher noch nicht inventarisierter Objekte eingepflegt.
Das Portal hat die Erfassung, Sicherung, Aufarbeitung und Bereitstellung von Fotografiesammlungen im Bereich der Gesellschaftsgeschichte Polens und Mittelosteuropas im 20. Jhd. zur Aufgabe. Auf der Seite sind die Sammlungen des KARTA-Zentrums, der Polnischen Presse-Agentur PAP, des Polnischen Instituts und General-Sikorski-Museums in London sowie von Privatpersonen zur Verfügung gestellte Bilder abrufbar.
Die Fotothek enthält derzeit ca. 5.000 Archivaufnahmen aus der Zeit des Warschauer Aufstands sowie der Stadt Warschau im Zeitraum 1935-1946. Der Bestand wird laufend erweitert.
Auf der Grundlage von Archivbeständen im Warschauer Staatsarchiv enthält die Datenbank Namen und Vornamen von über 15.000 Personen, die in den Jahren 1945-47 auf dem Stadtgebiet Warschaus exhumiert wurden. Während der Besatzung und des Warschauer Aufstands wurden viele Opfer nicht auf Friedhöfen bestattet, daher wurden in einem Behälter die wichtigsten Personendaten (Name, Vorname, Anschrift, Geburtsjahr) hinterlegt. Während der Exhumierungen in den Jahren 1945-47 wurde aufgrund dieser Angaben Listen der Exhumierten angefertigt, die nun im Internet zugänglich sind.
Die Seite bietet im PDF-Format das Friedhofsbuch des Polnischen Soldatenfriedhofs in Katyń, Charków, Miednoje, Bykownia. Alle bekannten Opfer werden mit kurzen Biogrammen vorgestellt.
Das Oral-History-Archiv ist die größte Sammlung biografischer Erzählungen und Zeitzeugenberichte in Polen. Der Bestand umfasst 3.500 Ton- und 90 Videoaufnahmen, die thematisch das gesamte 20. Jhd. abbilden. Die ersten Aufnahmen entstanden ab 1987, als das Ost-Archiv Lebensberichte von Bewohnern der ehemaligen polnischen Ostgebiete zu sammeln begann. Nach 1989 wurden die Aufnahmen im Rahmen der Tätigkeit des KARTA-Zentrums weitergeführt. Seit 2003 ist das Oral-History-Archiv Teil der KARTA-Mediathek. Die Sammlung wird laufend erweitert.
Hauptaufgabe des 2004 gegründeten Archivs ist die dauerhafte Sicherung der Berichte und Erinnerungen von mehreren tausend Soldaten der Heimatarmee und Teilnehmern des Warschauer Aufstands. Bisher wurden über 2.000 Interviews durchgeführt. Abschriften der Interviews sind im Internet veröffentlicht, die Filmaufnahmen können im Museum des Warschauer Aufstands eingesehen werden. Die Archivbestände dienen auch als Material für Buch- und Multimedia-Veröffentlichungen.
Das INDEXPRORGAMM war ein inernationales Projekt unter dem Patronat des Europarats, dessen Hauptziel die Sammlung von Informationen zu historischen Quellen zur Geschichte Polens in ausländischen Archiven war.
Ziel des Programms ist die Erstellung einer Personendatenbank, in der alle vorhandenen Informationen zu Todesopfern und Opfern von Verfolgung und Repression in den Jahren 1939-1945 zusammengeführt werden sollen. Neben Dokumenten aus Archiven und anderen Institutionen werden auch Informationen von Betroffenen und ihren Familien Eingang in das Verzeichnis finden. Bisher sind viele dieser Daten und Dokumente räumlich weit verstreut oder überhaupt nicht zugänglich.
Das Archiv der Solidarność enstand unter den Bedingungen der Konspiration, aber ohne formale Einbindung in deren Strukturen. Es hatte die Sammlung, Aufbereitung und Veröffentlichung im Samizdat von Dokumenten, Berichten und Analysen der Solidarność zur Aufgabe. In den Beständen finden sich u.a. Tonaufnahmen der ersten landesweiten Mitgliederversammlung und von Sitzungen der Landeskommission sowie Berichten und Abhandlungen von Historikern und Journalisten. Ab 1984 wurde die Serie „Archiv der Solidarność” in Zusammenarbeit mit dem Untergrundverlag NOWA veröffentlicht. 1991 wurde der Verein „Archiv der Solidarność” gegründet und übernahm die Bestände, die sich heute im Oppositionsarchiv im KARTA-Zentrum befinden.
Das Verzeichnis auf der Seite des Schlesischen Museums Kattowitz enthält Personendaten zu allen Teilnehmern des Schlesischen Aufstands 1919-1921, die vom Verband der Schlesischen Aufständischen in 1936-1939 gesammelt und überprüft wurden.
Das „Verzeichnis der Verfolgten” ist das einzige Forschungsprogramm in Polen zur Erstellung eines umfassenden Namensverzeichnisses aller in den Jahren 1939-1956 von Sowjetbehörden verfolgten Personen. Die Arbeiten dazu wurden ab 1988 erst vom Ost-Achiv und anschließend vom KARTA-Zentrum durchgeführt. Das Verzeichnis umfasst die Personalangaben aus den entsprechenden Fragebögen, teilweise ergänzt durch anderes Quellenmaterial. Das gesamte Verzeichnis ist im KARTA-Zentrum einsehbar und umfasst derzeit ca. 950.000 Biogramme.
Die Datenbank stellt das Ergebnis der 2006-2009 durchgeführten Inventarisierung dar. Bis 2010 wurden die gesammelten Daten überprüft, ggf. korrigiert und durch Archivmaterialen vervollständigt.
