Dr. Jens Boysen
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Zur Person
Geboren 1968 in Offenbach am Main; 1991-1997 Studium der Osteuropäischen, Mittleren und Neueren Geschichte, der Slawistik sowie der Politologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main und am Trinity College Dublin; 1997/98 Postgraduiertenstudium am Europakolleg (College of Europe) in Warschau-Natolin; 1999/2000 Forschungsassistent am Europakolleg (College of Europe) in Brügge; 2001-2006 Promotionsstudium an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, dort 2006 Promotion; 2002/03 Projektkoordinator am Simon-Dubnow-Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig; 2003-2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig; 2007-2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa in Leipzig.
Forschungsschwerpunkte
Das laufende Thema ist im Forschungsbereich IV (Gewalt und Fremdherrschaft im „Zeitalter der Extreme“) angesiedelt. Gegenstand ist eine sowohl komparatistische als auch beziehungsgeschichtliche Betrachtung der Nationalen Volksarmee der DDR bzw. der Polnischen Volksarmee (Ludowe Wojsko Polskie) in der Endphase der kommunistischen Herrschaft (1980-1989) unter drei wesentlichen Gesichtspunkten: den jeweiligen zivil-militärischen Beziehungen im Innern, dem Verhältnis der beiden Nachbarstaaten zueinander bzw. zur Sowjetunion innerhalb des erodierenden Warschauer Pakts sowie der Bedeutung nationaler militärischer Traditionen für die Bestimmung der eigenen Position der Armeen.
Weitere Arbeitsgebiete
• Deutsch-polnische Beziehungen innerhalb des preußischen Staates (1772-1918)
• Politische Ideengeschichte im modernen Europa, insbes. zu nationalen, völkischen und vitalistischen Konzepten
• Geschichte der internationalen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit
• Neue Militärgeschichte, insbes. nationalrevolutionäre Umwälzungen im Ersten Weltkrieg und der Nachkriegszeit
• Europäische Integration und Erweiterung
• Geschichtspolitik und Erinnerungskultur
Veröffentlichungen
Der Geist des Grenzlands. Ideologische Positionen deutscher und polnischer Meinungsführer in Posen und Westpreußen vor und nach dem Ersten Weltkrieg. In: MARKUS KRZOSKA/PETER Tokarski (Hg.), Die Geschichte Polens und Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert. Ausgewählte Beiträge, Osnabrück 1998, S. 104-123
Die polnischen Optanten: Ein Beispiel für den Zusammenhang von Krieg und völkerrechtlicher Neuordnung. In: Erster Weltkrieg – Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich. Krieg, Kriegserlebnis, Kriegserfahrung in Deutschland, im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes hg. v. Bruno Thoß und Hans-Erich Volkmann, Paderborn u.a. 2002, S. 593-613
Zwischen Königstreue und nationaler Standortbestimmung: Zur Bedeutung der Kriegervereine in den deutsch-polnischen Ostprovinzen Preußens während des Kaiserreichs (1871-1914), in: Studia Historica Slavo-Germanica (Poznań), tom XXVI, 2004-2005, S. 143-165
Preußische Armee und polnische Minderheit. Royalistische Streitkräfte im Kontext der Nationalitätenfrage des 19. Jahrhunderts (1815-1914), Marburg 2008
Polen und Elsaß-Lothringer im deutschen Heer des Ersten Weltkriegs, in: Über den Weltkrieg hinaus: Kriegserfahrungen in Ostmitteleuropa 1914–1921 (NORDOST-ARCHIV, Bd. XVII: 2008), hg. v. Joachim Tauber, S. 108-136
Staatsbürgerliche Optionen in Posen nach 1918, in: Mathias Beer/Dietrich Beyrau/Cornelia Rauh (Hg.), Deutschsein als Grenzerfahrung. Minderheitenpolitik in Europa zwischen 1914 und 1950, Essen 2009, S. 175-188
Akademische Ämter, Mitgliedschaften, Auszeichnungen
Mitgliedschaften: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde; Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands; Verband der Osteuropahistoriker; Historische Kommission für die Geschichte der Deutschen in Polen; Arbeitskreis Militärgeschichte; Alumni Association of the College of Europe; Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
