BUCERIUS-GESPRÄCH: Deutsche und polnische Blicke auf die Geschichte, Thema: Nationalismus

Kolloquium

Mo. 18.04.2005 | 18:00 -
Mo. 18.04.2005 | 20:00 Uhr
Warschau

Das DHI Warschau lädt ein zum sechsten, von der ZEIT-Stiftung geförderten BUCERIUS-GESPRÄCH: "Deutsche und polnische Blicke auf die Geschichte" unter Teilnahme von Prof. Dr. Dieter Langewiesche, Prof. Dr. Tomasz Kizwalter, Moderation: Dr. Przemysław Matusik zum Thema: Nationalismus.

Diese Veranstaltung ist die letzte des vorerst sechsteiligen Zyklus der Bucerius-Gespräche, die das DHI Warschau mit Unterstützung der ZEIT-Stiftung unter dem Titel Deutsche und polnische Blicke auf die Geschichte durchführt. Ziel ist es, deutsche und polnische Historiker ins Gespräch zu bringen - gerade vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen über die jüngste Vergangenheit, die das deutsch-polnische Verhältnis in letzter Zeit belasten. Das DHIW versteht sich dabei als Kommunikations- und Vermittlungsinstanz zwischen deutscher und polnischer Historiographie. Es möchte in dieser Vortragsreihe die institutionellen und methodologischen Bedingungen ausloten, die den Diskursrahmen des deutsch-polnischen Historikerdialogs bilden. Daneben erscheint es ebenso wichtig, den Fokus nicht nur auf Fragen des beziehungsgeschichtlichen Kontexts zu richten, sondern allgemeiner nach Forschungsparadigmen, Wissenschaftstraditionen und institutioneller Verankerung von Wissenschaft in den beiden Ländern zu fragen. Zu diesem Zweck kommen in regelmäßigen Abständen in einem Doppelvortrag je ein deutscher und ein polnischer Fachvertreter zusammen. Wir freuen uns sehr darüber, daß drei ausgewiesene Spezialisten für die immer wieder aktuellen Fragen des Nationalismus in Deutschland und Polen unser sechstes Gespräch gestalten werden. Dabei sollen die unterschiedlichen historischen Entwicklungen des Nationalismus in Polen und in Deutschland beleuchtet und gefragt werden, ob von einem spezifischen modernen Nationalismus heute noch eine besondere Anziehungskraft ausgeht oder ob er in den heutigen Gesellschaften Polens und Deutschlands als überwunden gelten kann bzw. welchen Platz der Nationalismus in einem gemeinsamen Europa überhaupt noch einnehmen sollte und kann. Zu Fragen des Nationalismus haben die Teilnehmer des Abends je eigene Forschungen vorgelegt: Prof. Dr. Tomasz Kizwalter, Professor am Historischen Institut der Universität Warschau und Leiter des Fachbereichs für die Geschichte des 19. Jahrhunderts, hat sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit dem Phänomen des Nationalismus in der polnischen Geschichte besonders im 19. Jahrhundert, der Modernisierung und Demokratisierung der polnischen und europäischen Gesellschaften, der nationalen Identität der Polen sowie der Ideengeschichte des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Zu seinen Monographien zählen unter anderem die bekannte und preisgekrönte "Historia powszechna. Wiek XIX" sowie "O nowoczesności narodu. Przypadek Polski". Prof. Kizwalter ist darüber hinaus stellvertretender Redakteur des "Kwartalnik Historyczny". Prof. Dr. Dieter Langewiesche ist Professor an der Universität Tübingen und dort Direktor der Abteilung für Neuere Geschichte. In vielfältigen Artikeln und Monographien hat er sich mit der Geschichte des Nationalismus und des Nationalstaats, des Liberalismus, des Bürgertums in Deutschland und Europa sowie Fragen von Krieg und Gesellschaft beschäftigt. Darüber hinaus zählen zu seinen Forschungsschwerpunkten die Bildungs- und Universitätsgeschichte und methodische Fragen der Geschichtswissenschaft. Zu seinen bekanntesten Publikationen gehören: "Nation, Nationalismus, Nationalstaat in Deutschland und Europa" sowie "Liberalismus in Deutschland". Prof. Langewiesche ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gremien und Mitherausgeber unter anderem der Zeitschrift "Geschichte und Gesellschaft". Moderiert wird dieses sechste Gespräch von dem Historiker Dr. Przemysław Matusik von der Universität Posen, der sich seinerseits durch zahlreiche Veröffentlichungen, darunter seine Arbeit zu "Religia i naród. Życie i myśl Jana Koźmiana 1814-1877", als ein ausgezeichneter Kenner des Nationalismus in Polen ausgewiesen hat.

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