Prof. Dr. Michael Borgolte: Mediävistik und globale Geschichte

Vortrag

Di. 26.05.2015 | 18:00 Uhr
Warschau

Die Globalgeschichte, die als neue Richtung in den internationalen Geschichtswissenschaften auf die aktuelle Erfahrung der Globalisierung reagiert, wird überwiegend in der Neueren oder Zeitgeschichte betrieben. Verstanden als Geschichte weltweiter Vernetzungen und interkulturellen Austauschs ist ihr aber auch das mittelalterliche Jahrtausend zugänglich. Im Unterschied zur alten Weltgeschichte darf sie als ausgesprochen forschungsfreundlich gelten. Allerdings gab es zwischen ca. 500 und 1500 mehrere „Welten“, die nicht miteinander in Verbindung gestanden haben; aufgrund der Überlieferungslage eignet sich für globalhistorische Fragen besonders die trikontinentale Ökumene von Europa, (Nord-) Afrika u. Asien. Bis jetzt haben sich drei Forschungsfelder als ergiebig erwiesen: die Geschichte der Reichsbildungen, die der Migrationen und die des Fernhandels.


Michael Borgolte Dr. phil., Professor für Geschichte des Mittelalters an der Humboldt-Universität zu Berlin (seit 1991). Leiter des Instituts für Vergleichende Geschichte Europas im Mittelalters ebd. (seit 1998). Ord. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (seit 2005) und der Academia Europaea (seit 2013). Fellow am Max-Weber-Kolleg für sozial- und kulturwissenschaftliche Studien in Erfurt (2008 / 2009). Werke u. a.: Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes, 300 bis 1400 n. Chr., München 2006; Stiftung und Memoria, Berlin 2012; Mittelalter in der größeren Welt, Berlin 2014; (Hrsg.), Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften, Bd. I: Grundlagen, Berlin 2014.

 

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