Prof. Dr. Birgitta Bader-Zaar (Wien): Politische Partizipation und Geschlecht 1918-1921: Die Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie im europäischen Kontext

Vortrag

Di. 27.11.2018 | 14:00 Uhr
Warschau

Die ersten Nachkriegsjahre 1918-1921 stellen hinsichtlich der politischen Partizipationsmöglichkeiten von Frauen in den Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie eine besondere Zäsur dar. Neue Verfassungen wurden ausgearbeitet, und mehrere dieser Staaten erlebten mit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts eine Demokratisierung. Der Vortrag gibt einerseits einen Überblick über die Umstände der Aufhebung der Geschlechtsbarriere und interessiert sich hierbei insbesondere für Parteiinteressen sowie Einflüsse der Frauenwahlrechtsbewegungen. Andererseits wendet er sich jenen Staaten zu, die keine Demokratisierung erlebten und fragt nach Kontinuitäten aus der Zeit der Habsburgermonarchie, auch hinsichtlich des in vielen Gemeinden und mehreren Landtagen bereits vor 1918 bestehenden Zensuswahlrechts für Frauen. Schließlich sollen – ebenfalls im Kontext eines Vergleichs mit Entwicklungen in anderen europäischen Ländern – Partizipationsmöglichkeiten von Frauen im Rahmen von politischen Parteien und nationalen Parlamenten thematisiert werden.

Birgitta Bader-Zaar ist Assistenzprofessorin am Institut für Geschichte der Universität Wien. Nach dem Studium der Geschichte und Ethnologie an der Universität Wien sowie als Fulbright Stipendiatin an der University of Minnesota (USA) war sie u. a. an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig und wechselte 1993 an die Universität Wien. Zu ihren engeren Forschungsinteressen gehören die Geschichte des (Frauen-)Wahlrechts sowie der Grund- und Menschenrechte im Allgemeinen, vor allem aus einer vergleichenden und transnationalen Perspektive für Europa und Nordamerika, sowie die Geschichte der amerikanischen Sklaverei, insbesondere der Antisklavereibewegung und Selbstzeugnisse von Sklaven und Sklavinnen. Einer ihrer wichtigsten neueren Veröffentlichung ist: Gender and the First World War, hrsg. gemeinsam mit Christa Hämmerle/Oswald Überegger; Basingstoke/New York, 2014.

 

Veranstaltung im Rahmen der Reihe Dienstagsvorträge

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