Prof. Dr. Günther Heydemann, Universität Leipzig: Erfolgreiche Transformation – geglückte Einheit? Deutschland dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung

Vortrag

Mo. 29.10.2018 | 17:00 Uhr
Vilnius

Auf  den  ersten  Blick  scheint  mit  und  in  Deutschland  alles  in  Ordnung zu sein: Es ist in Europa und der EU ein außen- und sicherheitspolitischer  Stabilitätsanker;  seine  Wirtschaft,  die 
stärkste in der EU, boomt. Faktisch gibt es gegenwärtig keine Arbeitslosigkeit; es zahlt kontinuierlich seine Schulden zurück und  hat  seit  2015  rund  eine  Million  Flüchtlinge  aufgenommen.  Dass  es  im  Zuge  der  Friedlichen  Revolution  in  der  DDR  1989/90  und  der  sich  anschließenden Wiedervereinigung  zu  einem  fundamentalen  Transformationsprozess  in  politischer,  wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht gekommen ist, wird im Ausland  kaum  mehr  wahrgenommen.  Nicht  die Revolution,  sondern ihre bis heute existenten Aus- und Weiterwirkungen auf den verschiedensten Ebenen des wiedervereinten Deutschland stehen im Mittelpunkt des Vortrages.

Günther Heydemann ist emeritierter Professor für Neuere und Zeitgeschichte an der Universität Leipzig. 1991 habilitierte er an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät in Bayreuth zum Thema
„Konstitution  gegen  Revolution.  Die  britische  Deutschland- und Italienpolitik 1815-1848“. Professor Heydemann war von 2009 bis 2016 Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT) e.V. an der TU Dresden. Zuletzt erschien  gemeinsam  mit  Karel  Vodička: From  Eastern  Bloc to  European  Union.  Comparative  Processes  of  Transformation since 1990, New York/Oxford 2017.

 

 

Die Montagsvorträge der Außenstelle des Deutschen Historischen Instituts Warschau in Vilnius wenden sichin erster Linie an litauische Fachhistoriker/innen, sind aber auch einer breiteren und interessierten Öffentlichkeit, die Informationen und Anregungen suchen, zugänglich. Sie bieten ein Diskussionsforum für Historiker/innen, hier werden neue Forschungsansätze und Forschungsprojekte aus der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft präsentiert. Dazu werden vorwiegend deutschsprachige Historiker/innen und Wissenschaftler/innen aus den Nachbardisziplinen
zu einem Vortrag nach Vilnius eingeladen. Darüber hinaus bilden die Montagsvorträge einen Begegnungsund Kommunikationsort zwischen litauischen und deutschen Historikern.
Die Vorträge finden jeweils montags um 17.00 Uhr an der Universität Vilnius und am Litauischen Historischen Institut statt. Alle Vorträge und anschließenden Diskussionen werden auf Deutsch gehalten und simultan ins Litauische gedolmetscht.

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