Prof. Dr. Maciej Górny: Vaterlandszeichner. Geografen und Grenzen des Zwischenkriegseuropas.

Vortrag

Mo. 28.01.2019 | 17:00 Uhr
Vilnius

In Zusammenarbeit mit dem Litauischen Historischen Institut

Veranstaltungsort: Litauisches Historisches Institut, Weißer Saal

Ihre höchste Popularität erlebte die von US-Präsident Wilson formulierte Idee des Selbstbestimmungsrechts der Nationen gerade in den ersten Wochen der Friedensverhandlungen in Paris, 1919. Die Idee der nationalen Territorien, die mit den staatlichen Grenzen in Einklang gebracht werden müssen, inspirierte viele Delegationen zur ethnischen Argumentierung. Sie beriefen sich auf Zensusdaten, die man zur besseren Anschaulichkeit in Form von ethnographischen Karten darstellte. Schon während der Friedenskonferenz begannen Geografen damit, die dominierende ethnische Perspektive um andere grenzbildende Merkmale zu ergänzen. Langsam aber sicher gingen sie in Richtung einer Geografie, die sich mit den demokratischen Prinzipien von Woodrow Wilson nicht verbinden ließ. Von einer Geografie für die Nationalitäten, über Konzepte einer „natürlichen“, „biologischen“ Grenze entwickelte sich bis hin zu der Unterwerfung ganzer ethnischer Gruppen unter eine demografische und geografische Utopie eines ethnisch möglichst homogenen Staates.

Maciej Górny ist seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2014 arbeitet er zudem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI Warschau. 2015 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zuletzt erschien: Kreślarze ojczyzn. Geografowie i granice międzywojennej Europy [Vaterlandszeichner. Geografen und die Grenzen Zwischenkriegseuropas] (Warschau 2017).

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