Allmachtsphantasien - jetzt im Open Access



Der Zweite Weltkrieg und die deutsche Besatzung gehören zu den Abschnitten der Geschichte, die immer wieder neuartige Fragestellungen aufwerfen. Neue Erkenntnisse wiederum entstehen meist dann, wenn man Blickwinkel und Themen verbindet, die dem ersten Anschein nach wenig miteinander zu tun haben, oder die bislang noch nicht gemeinsam betrachtet wurden.
Auf dieser Überzeugung beruht das Konzept der Ausstellung „Allmachtsphantasien. Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung“, die 2024/25 im Kulturzentrum Zamek in Poznań stattfand. Sie erzählte die Geschichte der deutschen Besatzung Polens anhand eines konkreten Gebiets, des Warthegaus / Warthelands.
Dieser „Reichsgau“ wurde gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in das Deutsche Reich eingegliedert. Der nationalsozialistische Verwaltungsapparat erschuf in allen Lebensbereichen die Illusion einer Allmacht über das neu beherrschte Territorium. Das zeigte sich auch in der Architektur, die den Alltag der Menschen stets wesentlich prägt. Wählt man die Architektur als Ausgangspunkt für eine Annäherung an vergangene Ereignisse, stellt dies einen besonders weitgefassten Ansatz dar. Es wird uns damit in Erinnerung gerufen, dass wir Objekten aus verschiedenen Epochen nicht nur in Museen und Ausstellungen begegnen, sondern auch im täglichen Leben, auf der Straße, in einzelnen Gebäuden und oft auch im eigenen Zuhause. [Auszug aus dem Ausstellungskatalog]
Jetzt ist der Katalog zur Ausstellung im Open Access erhältlich:
doi.org/10.11588/arthistoricum.1785