Zum Hauptinhalt springen Zur Sitemap springen Zum Kontakt springen Zum Fußbereich springen
Information
Information

CfP: Intimate Memory, Institutional Memory: Reframing Holocaust Commemorations

Gemeinsam mit dem Emanuel-Ringelblum-Institut für Jüdische Geschichte in Warschau laden wir Wissenschaftler:innen dazu ein, Abstracts für eine internationale Konferenz einzureichen, die sich mit den sich wandelnden Formen des Gedenkens an den Holocaust im individuellen, gemeinschaftlichen und institutionellen Kontext befasst.

Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickeln sich das Gedenken an den Holocaust über Generationen, Regionen und politische Kontexte hinweg weiter. Bei der Auseinandersetzung mit lokalen, nationalen und transnationalen Erinnerungskulturen gilt unser Interesse insbesondere – wenn auch nicht ausschließlich – der Forschung mit Schwerpunkt auf Ostmitteleuropa.

Die Forschung zu öffentlichen und privaten Gedenkstätten, ihren ideologischen und materiellen Hintergründen sowie den Erinnerungspraktiken im Umgang mit ihnen scheint nach wie vor unzureichend zu sein. Im Einklang mit aktuellen Trends in der transnationalen Erinnerungsforschung lohnt es sich besonders, die Verbindungen zwischen Gedenkformen zu untersuchen, die „vor Ort“ – also dort, wo die Massenmorde an Juden stattfanden – praktiziert werden, und solchen, die in anderen Teilen der Welt entstehen. Darüber hinaus haben viele private und familienbasierte Formen des Gedenkens erst in den letzten Jahren wissenschaftliche Beachtung gefunden. Persönliche Erinnerungsakte – wie die Pflege von Familienarchiven, genealogische Forschung, rituelle Praktiken, die Schaffung digitaler Gedenkstätten oder die Produktion künstlerischer Werke – spielen eine entscheidende Rolle bei der Prägung des heutigen Holocaust-Verständnisses. Diese Praktiken hinterfragen, verkomplizieren oder interpretieren oft die vorherrschenden institutionellen Narrative neu.

Private und familiäre Erinnerungsarbeit über drei bis vier Generationen von Überlebenden hinweg überschneidet sich häufig mit den Aktivitäten nichtjüdischer Erinnerungsaktivisten, die lokale Zeremonien, Ausstellungen und Festivals organisieren. Dabei fungieren sie als Vermittler zwischen verschiedenen Erinnerungsgemeinschaften und tragen zur Aushandlung gemeinsamer, umstrittener oder vielschichtiger Vergangenheiten bei. Gleichzeitig führen Regierungsbehörden, kulturelle Institutionen und internationale Organisationen weiterhin neue Gedenkpraktiken, Bildungslehrpläne, rechtliche Rahmenbedingungen und kulturpolitische Maßnahmen ein, die sich wandelnde politische Prioritäten, kollektive Identitäten und internationale Beziehungen widerspiegeln.

Diese Konferenz wird die sich entwickelnde Beziehung zwischen individuellen, aktivistischen und institutionellen Formen des Holocaust-Gedenkens und den sie prägenden breiteren sozialen, politischen und kulturellen Kräften untersuchen.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen u.a. die folgenden Themen:

  1. Individuelle und familiäre Gedenkformen
  • individuelle und familiäre Formen des Gedenkens (persönliche Archive, Briefe, Fotografien, Dokumente, Zeugnisse, Rituale, Objekte, künstlerische oder literarische Praktiken)
  • Gedenkpraktiken an Orten von Massenmord und in einem transnationalen Kontext
  • Zeugnisse von Überlebenden und ihre sich wandelnden Formen (schriftlich, mündlich, digital, generationsübergreifend)
  • Post-Memory-Praktiken unter Nachkommen
  1. Gemeinschafts- und Basisinitiativen
  • Basis- und Gemeinschaftsinitiativen (lokale Gedenkprojekte, Museen, Festivals, Aktivismus)
  • Beziehungen zwischen lokaler Geschichte und nationalen sowie transnationalen Erinnerungsnarrativen
  1. Staatliche, institutionelle und offizielle Gedenkfeiern
  • Initiativen nationaler Museen, Denkmäler und Gedenkstättenkomplexe
  • Bildungsprogramme und staatlich vorgeschriebene Lehrpläne
  • staatliche, institutionelle und politische Rahmenbedingungen für das Gedenken an den Holocaust
  • rechtliche, pädagogische und museale Ansätze (Gedenkgesetze, Restitutionspolitik, Vorschriften zur öffentlichen Geschichtsvermittlung)
  • internationale Organisationen (z. B. IHRA) und transnationale Standards des Gedenkens
  1. Digitale Transformationen der Erinnerung
  • digitale Holocaust-Gedenkstätten, Digitalisierung von Familienarchiven und Sammlungen von Überlebenden
  • digitale Transformationen der Erinnerung (digitale Archive, soziale Medien, künstliche Intelligenz, VR/AR)
  • methodologische und ethische Fragen in der Erinnerungsforschung

 

Wissenschaftlicher Beirat

  • Haim Shaked (Universität Miami)
  • Vladimir Levin (Hebräische Universität Jerusalem)
  • Samuel D. Gruber (International Survey of Jewish Monuments)
  • Michał Trębacz (Jüdisches Historisches Institut Emanuel Ringelblum)
  • Magdalena Saryusz-Wolska (Deutsches Historisches Institut Warschau)

Wir begrüßen Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Geschichte, Erinnerungsforschung, Anthropologie, Politikwissenschaft, Jüdische Studien, Kulturwissenschaften, Museumswissenschaft, Digital Humanities und verwandten Disziplinen in allen Karrierestufen.

Einreichungsfrist für Abstracts (300–400 Wörter): 31. Mai 2026

Benachrichtigung über die Annahme: bis 15. Juni 2026

Konferenztermin: 15.–17. November 2026

Ort: Warschau

Konferenzsprache: Englisch

Die Organisator:innen stellen die Unterkunft zur Verfügung und bieten berechtigten Teilnehmenden eine teilweise Reisekostenerstattung an (vorbehaltlich verfügbarer Mittel).

Bewerbungsrichtlinien:

Bewerbungen sind zu richten an: conference@jhi.pl

Bitte reichen Sie ein Abstract von 300–400 Wörtern ein und fügen Sie eine kurze biografische Notiz (bis zu 150 Wörter) bei.

Einzelvorträge sowie Panel-Vorschläge zu den Konferenzthemen sind willkommen. Wir ermutigen Wissenschaftler:innen aller Karrierestufen, einschließlich Nachwuchswissenschaftler:innen und Doktorand:innen, sich zu bewerben.

Nehmen Sie an einer kritischen Diskussion über die sich wandelnden Beziehungen zwischen intimen, basisorientierten und institutionellen Formen des Holocaust-Gedenkens teil.

Organisiert wird die Konferenz vom Emanuel-Ringelblum-Institut für Jüdische Geschichte in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau, dem Sue and Leonard Miller Center for Contemporary Judaic Studies (University of Miami), dem George Feldenkreis Program in Judaic Studies (University of Miami), und dem Center for Jewish Art.

Weitere Informationen: https://tinyurl.com/4feydznr

Zurück