Deutsch-polnische Erinnerungskulturen


Die deutsch-polnische Geschichte fand in letzter Zeit wieder einmal den Weg ins deutsche und polnische Feuilleton. Anlass war die Kontroverse rund um das Buch „Polnische Bürgermeister und der Holocaust“ von Grzegorz Rossoliński-Liebe, dessen Forschungen vom DHI Warschau durch ein mehrmonatiges Stipendium unterstützt wurden.
Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Christhardt Henschel hat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zwei Beiträge („Der Stich im Herzen“ 22.04.2026 und „Das Generalgouvernement war kein Staat mit deutsch-polnischer Verwaltung“ 04.03.2026) veröffentlicht, in denen er zum Buch und den aktuellen medialen Debatten Stellung bezieht.
Dabei stellte sich der der Historiker auch die Frage, warum die Erinnerungskulturen beider Länder oft nicht zueinander finden und konstatiert: „[…] während viele Deutsche die Versöhnungsbereitschaft der Opfer stillschweigend voraussetzen und sich gedanklich längst in der Phase empfangener Absolution wähnten, haben Teile der polnischen Gesellschaft das Gefühl, dass sie die in ihren Familien tradierten Kriegserfahrungen den Deutschen gegenüber noch nicht einmal richtig artikulieren konnten.“
In einem weiteren Artikel in der polnischen Wochenzeitschrift Polityka zeigt er gemeinsam mit Aleksandra Paradowska und Robert Parzer, welch starke architektonischen Spuren die nationalsozialistische Herrschaft in polnischen Städten hinterließ und wie breit das Spektrum im Umgang mit diesen ist.