Neue Kooperation in Prag


Vereinbarung mit dem Deutschen Historischen Institut in Warschau begründet Zusammenarbeit in der Erforschung der Geschichte Mittel- und Osteuropas
Die Max Weber Stiftung, vertreten durch das Deutsche Historische Institut Warschau (DHI), und die Philosophische Fakultät der Karls-Universität haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Bei einem gemeinsamen Treffen am 17. Dezember 2025 wurde die Vereinbarung vom Leiter der Prager Außenstelle des DHI, Dr. Jaromír Mrňka, und von der Dekanin der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität, Dr. Eva Lehečková, bestätigt.
„Die Unterzeichnung des Memorandums stellt eine Verpflichtung zum Wissensaustausch, zur Förderung von Mobilität und zur Vertiefung institutioneller Verantwortung dar. Es handelt sich nicht nur um einen Rahmen für weitere Zusammenarbeit, sondern um eine Bestätigung der gemeinsamen Überzeugung, dass historische Forschung in Mittel- und Osteuropa nur in einem transnationalen Kontext sinnvoll entwickelt werden kann. Ein offener internationaler Dialog ist eine Voraussetzung dafür, neue interpretative Perspektiven zu gewinnen oder bestehende kritisch neu zu bewerten. Das Memorandum schafft somit Bedingungen für eine weitere Vertiefung der Verbindung zwischen der tschechischen und der deutschen Historiographie, sowohl in der alltäglichen Forschungsarbeit als auch in der Lehre und der breiteren öffentlichen Debatte“, sagte Jaromír Mrňka.
Das für einen Zeitraum von drei Jahren, d. h. 2025–2028, geschlossene Memorandum sieht die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen in Forschung und Lehre in den Bereichen der mittel- und osteuropäischen Geschichte, der Kulturgeschichte, der Memory Studies sowie der Globalgeschichte vor. Die Philosophische Fakultät der Karls-Universität und das DHI möchten gemeinsam an Popularisierungs- und Forschungsprojekten, insbesondere internationalen Projekten, arbeiten. Geplant sind außerdem wissenschaftliche Mobilität sowie der gegenseitige Austausch von Fachleuten in Kommissionen, Fachräten und ähnlichen Gremien. Die Vereinbarung umfasst zudem die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Lehre und Betreuung von Abschlussarbeiten sowie das Teilen wissenschaftlicher und forschungsbezogener Infrastruktur.
„Das neu gegründete Institut für Geschichte knüpft an die bereits bestehende reiche internationale Zusammenarbeit der ehemaligen historischen Institute an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität an, die es deutlich ausbauen und vertiefen möchte. Aus diesem Grund haben wir in diesem Jahr eine enge Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut in Warschau etabliert. Wir planen, am Institut deutsche und polnische Historikerinnen und Historiker mit Anbindung an das DHI in die Lehre einzubeziehen, akademische Austauschprogramme, gemeinsame öffentliche Vorträge, Workshops und Forschungsprojekte zu organisieren sowie bei der Durchführung von Promotionsstudien zusammenzuarbeiten. Beide Seiten haben einander viel zu bieten“, sagte Dozent Dr. Matěj Spurný, Direktor des Instituts für Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 unterstützt die Prager Außenstelle des Deutschen Historischen Instituts Warschau die wissenschaftliche Erforschung der tschechischen, deutschen und polnischen Geschichte im europäischen Kontext, organisiert wissenschaftliche Konferenzen und Vorträge und fördert die Entstehung fachwissenschaftlicher Publikationen. Sie arbeitet eng mit der Prager Außenstelle des Münchner Collegium Carolinum sowie mit der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik zusammen.
Quelle: Philosophische Fakultät der Karls-Universität, Prag, den 19. Dezember 2025