Ausstellung: Gemeinsame Räume. Bildungsmigration im Kontext des Kalten Krieges.

Die Fotoausstellung „Vom Nahen Osten in den Ostblock – Studentische Lebenswelten im Kalten Krieg“ wird ab dem 10. Februar 2022 im Ethnologischen Museum in Warschau gezeigt. Neben allgemeinen Informationen zu ausländischen Studierenden im Ostblock präsentiert die Ausstellung konkrete Lebensläufe, Aktivitäten, Wissensbeziehungen und Lebenswelten von arabischen Kunststudierenden in der DDR, Polen und UdSSR. Die Ausstellung zeigt, wie iranische kommunistische Intellektuelle im Exil an Hochschulen in Berlin und Warschau mitwirkten und erzählt die Geschichte des türkischen kommunistischen Leipziger Radios „Bizim Radyo“ und seiner studentischen Mitarbeiter. Auch spezielle Hochschulen für ausländische Studierende in Moskau und Prag werden vorgestellt. Die Volksrepublik Polen baute im Irak an der Universität Mossul den Fachbereich Architektur und Stadtplanung auf – auch dies ist Thema der Ausstellung. Einige der 18 Tafeln sind Frauen gewidmet, die zum Studium in die Länder des Ostblocks kamen. Hier stehen Aspekte der Emanzipation und Gleichstellung im Fokus. Auch die Biographien von Magda Saleh, der ersten Primaballerina Ägyptens, und der berühmten türkischen Schriftstellerin Oya Baydar werden vorgestellt.

Die Ausstellung wird von Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen begleitet. Sie wird im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Relations in the Ideoscape: Middle Eastern Students in the Eastern Bloc (1950's-1991)“ organisiert und wurde im Juni 2021 bereits in deutscher Sprache in Berlin gezeigt. Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation des Orient-Instituts Beirut und der Deutschen Historischen Institute in Moskau und Warschau.

Seit dem Frühjahr 2019 verfolgt das großangelegte Forschungsvorhaben „Wissen entgrenzen“: Internationalisierung, Vernetzung, Innovation in der und durch die Max Weber Stiftung“ das Ziel, innovative Forschungsfelder zu erschließen. Zugleich stärkt das Projekt aber auch die weitere Internationalisierung der Stiftungstätigkeit und trägt dazu bei, die Kooperation sowie Vernetzung zwischen den Instituten der Stiftung und externen Partnern auszubauen. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt.

Der Titel spiegelt die grundlegende Ausrichtung des Projektes wider: Unter der Maxime „Wissen entgrenzen“ wird der Blick auf ausgewählte Forschungsräume gerichtet – diese umfassen neben Europa Schlüsselregionen wie Afrika, den Nahen und Mittleren Osten sowie den pazifischen Raum. Sie werden über ihre bislang wenig erforschten Wissensbeziehungen neu vermessen und miteinander in Bezug gesetzt. Das Projekt setzt sich aus zwei verschiedenen Modulen zusammen.

Weitere Informationen zur Ausstellung im DDR Museum in Berlin:
www.ddr-museum.de/de/museum/veranstaltungen/im-zeichen-der-freundschaft-ausstellung

17
Jan
Tagung
(De)Constructing Europe – EU-Scepticism in European Integration History
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