Neuerscheinung: Ostpreußens Kriegsbeute. Der Regierungsbezirk Zichenau 1939–1945

Auf Kosten Polens annektierte das Deutsche Reich 1939 den nördlichen Teil Masowiens um die Kleinstadt Ciechanów und gliederte ihn als „Regierungsbezirk Zichenau“ in die Provinz Ostpreußen ein, die dadurch eine große territoriale Ausdehnung erfuhr. Zichenau wurde nunmehr zum Experimentierfeld der Königsberger Gauleitung unter Erich Koch mit seinen kolonialen Ambitionen im östlichen Europa. Er plante – von der ländlichen Siedlung bis zum Stadtumbau – den kompletten „Neuaufbau“ des annektierten Gebiets im nationalsozialistischen Sinne.

Die 13 Beiträge dieses Sammelbandes, der auf eine Tagung am DHI Warschau im Mai 2017 zurückgeht, beleuchten Einzelaspekte der deutschen Besatzung in Nordmasowien, zu denen bislang kaum Forschungen vorliegen. Dabei fragen sie nicht nur nach Ideologie, Struktur und Charakter der Besatzungsherrschaft und der an ihr beteiligten Institutionen und Repressionsorgane, sondern auch nach dem Alltagsleben sowie Überlebensstrategien der besetzten Bevölkerung. Ein besonderer Fokus liegt auf den vielfältigen Formen von massiver Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung, die im Falle der Juden im Völkermord endete.

Christhardt Henschel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Warschau. Er forscht zur Geschichte Polens im 19. und 20. Jahrhundert. Der Band ist beim fibre-Verlag vorbestellbar und erscheint Ende Mai 2021.

Christhardt Henschel (Hg.): Ostpreußens Kriegsbeute. Der Regierungsbezirk Zichenau 1939–1945, Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau Bd. 42, 416 S., 22 Abb., geb., ISBN 978-3-944870-75-5. 

20
Jun
Tagung
Konferenz: Konflikte in den Städten des Königreichs Polen, Pommern und Schlesien im 13.-18. Jahrhundert und Möglichkeiten, diese zu überwinden
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