Neuerscheinung: Zentrum - Peripherien - Nation. Determinanten in Polen und Deutschland im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Die Monographie stellt Strategien und Determinanten der nationalen Bewusstseinsbildung in Polen und Deutschland in Bezug auf Peripherien vor. Diese werden im Hinblick auf ihre Wahrnehmung durch äußere Milieus betrachtet, welche wiederum eine neue Sichtweise einnehmen, die in zentralen Regionen von Peripheriegemeinschaften konstruiert wird. Sie formuliert die Hypothese, dass das Bild der Peripherien, das im soziokulturellen Diskurs in den Zentralregionen entsteht, nationale Züge aufweist. Diese schaffen ein kohärentes und konsistentes Bild des Staates - sowohl aus polnischer als auch aus deutscher Perspektive.

Die Autorin hat äußerst umfangreiches und vielfältiges Forschungsmaterial zusammengetragen, wofür sie in vielen polnischen und deutschen Archiven akribisch recherchiert hat. Sie hat sich nicht nur mit der Fachliteratur zu diesem Thema vertraut gemacht, sondern auch zahlreiche Quellen der Epoche (Tagebücher, Memoiren, Presse usw.) analysiert. Dies zeigt ihre hohe Werkstattkompetenz und Forschungsneugierde. (Aus einer Rezension von Andrzej Sakson)

Dieses Buch weist zu Recht darauf hin, dass die Integrationsprozesse in Deutschland von der Idee geleitet wurden, die Macht des preußischen Staates aufzubauen, während in Polen die Integration mit der Bildung eines Nationalbewusstseins und der Schaffung der Grundlagen eines unabhängigen Staates verbunden war. Der Schwerpunkt lag auf der Nation im Sinne von Gemeinschaft und Staat. (...) Es ist ein innovatives Werk, weil es Probleme diskutiert, die in der wissenschaftlichen Literatur noch nie so gründlich und erschöpfend beschrieben worden sind. Es ist das erste Mal, dass die Auswirkungen des Zentrums auf die Peripherie in so komplementärer Weise am Beispiel Berlin-Niederlausitz und Warschau-Podlachien analysiert wurden. (Aus einer Rezension von Zygmunt Woźniczki)

Aleksandra Kmak-Pamirska ist Historikerin, Religionswissenschaftlerin, Europapolitikerin und Assistenzprofessorin am Warschauer Pilecki-Institut. Sie verteidigte ihre Doktorarbeit mit dem Titel "Bischof Carl Maria Splett im historischen Gedächtnis" am Institut für Geschichte der Jagiellonen-Universität. Sie gewann eine Auszeichnung in der 8. Ausgabe des von PAN und IPN organisierten Wettbewerbs für das beste historische Debüt des Jahres 2014. Sie ist Stipendiatin des KAAD und des Herder-Instituts in Marburg. Ihre Forschungsinteressen drehen sich um Fragen der Erinnerung, den Zweiten Weltkrieg, die Zentrum-Peripherie-Theorie, die Rolle der Religion bei der Bildung von Staaten und Staatssystemen und die Problematik autoritärer und totalitärer Staaten.

Aleksandra Kmak-Pamirska: Centrum - Peryferia - Naród. Uwarunkowania w Polsce i w Niemczech w XIX i na początku XX wieku, Verlag der Universität Warschau, 2020, 392 S., 56 PLN, ISBN: 9788323543275.

26
Nov
Tagung
Die ungleiche Entwicklung der Regionen im Mittelalter: Das "jüngere Europa" im trans- und interkontinentalen Netzwerk
Mehr lesen