Neue Publikationen

 

Die pandemische Lage des Jahres 2020 hatte einen deutlichen negativen Einfluss auf viele wissenschaftliche Tätigkeiten. Dabei sind im Bereich der Forschungsreisen, Tagungen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen die wohl größten Opfer zu beklagen. Gleichzeitig konnte jedoch intensiv an der Niederschrift von Texten, der Vorbereitung von Tagungsbänden, Übersetzungen und Redaktionen gearbeitet werden, sodass hier ein Beschleunigungseffekt zu beobachten ist. Als Folge dessen hat das Publikationsprogramm des DHI Warschau für die nächsten Monate und das Jahr 2021 deutlich an Umfang gewonnen.

So werden wir in der kommenden Zeit zahlreiche neue Veröffentlichungen auf Deutsch, Polnisch und Englisch anzubieten haben – in unseren Publikationsreihen sowie als Einzelpublikationen. In der Endphase der Vorbereitung befindet sich beispielsweise ein Band zur „Official History in Eastern Europe“, herausgegeben von Korina Amacher aus Genf, Andrij Portnov aus Frankfurt (Oder) und Viktoria Serhienko aus Kiew. Gegenstand des Buches, das im Winter als 40. Band der DHIW-Reihe „Einzelveröffentlichungen“ erscheint, sind aktuelle Probleme der öffentlichen Geschichtspolitik und Didaktik in Polen, der Ukraine und Russland.

Ebenfalls kurz vor dem redaktionellen Abschluss steht bereits der folgende Band derselben Reihe. Dieser wird den Zusammenhang von „Nationsbildung und Außenpolitik“ im Europa des 20. Jahrhunderts thematisieren. Für diesen Band konnte die ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des DHI Warschau Bianca Pietrow-Ennker aus Konstanz gewonnen werden.

Sehr fortgeschritten sind zudem die Arbeiten an der Publikation „'Space' as a Category for the Research of the History of Jews in Poland”, die die Herausgeberinnen Ruth Leiserowitz und Maria Cieśla bald für die institutseigene Harrassowitz-Reihe „Quellen und Studien” abgeben werden. In derselben Serie ist auch ein Band zu der Problematik der Pariser Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (Hg. Dariusz Makiłła und Miloš Řezník) geplant, der Anfang nächsten Jahres publiziert wird. Darüber hinaus folgt im Frühjahr 2021 die Publikation zu „Schweden in Mitteleuropa: Auswirkungen, Nachwirkungen, Erinnerung“ (Hg. Miloš Řezník und Katja Rosenbaum), die in Kooperation mit dem Museum Lützen entsteht.

Sabine Jagodzinski finalisiert in Zusammenarbeit mit weiteren Herausgeberinnen und Herausgebern die Tagungspublikationen über den Adel im kulturellen Grenzraum in der Moderne, in dessen Fokus das historische Preußen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert steht, sowie über die „Regionsmacher“ in (Ost)Mittel- europa. All diese Bände – und noch einige weitere – gehen auf Tagungen zurück, die das DHI Warschau zwischen Sommer 2018 und Anfang 2020 allein oder in Kooperationen organisiert hatte.

Ein weiterer zentraler Arbeitsschwerpunkt in den letzten Monaten waren Übersetzungsarbeiten ins Polnische und Deutsche. Gleich mehrere Bände befinden sich aktuell in Vorbereitung. Sehr fortgeschritten ist die erste Übersetzung aus dem Litauischen in der bisherigen Publikationstätigkeit des DHI Warschau – das Buch „Loyalitäten in der Krise: Die Transformation des politischen Bewusstseins des litauischen Adels zwischen 1795 und 1831“ von Halina Beresnevičiūtė-Nosálová. Der redaktionellen Fertigstellung nähert sich zudem die im Original auf Deutsch erschienene Monographie von Pavel Kolář über den „Poststalinismus“. Die Publilkation des Warschauer Historikers Jacek Kordel „Das Recht der Macht oder die Macht des Rechts“ über die wettinische Diplomatie des 18. Jahrhunderts erscheint in Dresden in Kooperation mit dem dortigen Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde. Auf der Zielgerade befinden sich außerdem die Redaktionsarbeiten der polnischsprachigen Ausgabe des Buches von Niels Gutschow mit dem Titel „Ordnungswahn. Architekten planen im eingedeutschten Osten 1939–1945“ (Basel 2001), dessen wissenschaftliche Redaktion Aleksandra Paradowska aus Posen übernommen hat.

Unter den neuen Monografien kann zudem die Arbeit von Aleksandra Kmak-Pamirska „Centrum – Peryferia – Naród. Uwarunkowania w Polsce i w Niemczech w XIX wieku i na początku XX wieku“ [Zentrum – Peripherie – Nation. Die Bedingungen in Polen und Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert] erwähnt werden, die soeben im Verlag der Universität Warschau erschienen ist und den Abschluss ihres Projektes am DHI Warschau bildet.

 

20
Jun
Tagung
Konferenz: Konflikte in den Städten des Königreichs Polen, Pommern und Schlesien im 13.-18. Jahrhundert und Möglichkeiten, diese zu überwinden
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