Marsz śmierci Palmnicken: Rekonstrukcja i pamięć w perspektywie transnarodowej

Konferencja

pon. 08.11.2021 | 10:00
prof. dr hab. Ruth Leiserowitz
Warszawa

Warsztaty interdyscyplinarne: Marsz śmierci Palmnicken: Rekonstrukcja i pamięć w perspektywie transnarodowej

Wykłady będą prowadzone w języku niemieckim, angielskim lub polskim. Odpowiednia wersja językowa jest zaznaczona pogrubioną czcionką. Pozostałe dwie wersje można tu pobrać jako tekst.

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Trotz langjähriger und umfassender Studien sind manche Verbrechen des Holocaust noch wenig bekannt und kaum erforscht. Mehrere Tausend jüdische Frauen vor allem aus Polen, Ungarn und dem Baltikum wurden von SS-Bewachern und ihren Helfern aus unterschiedlichen Ländern im Januar 1945 in Ostpreußen ermordet. Ein Todesmarsch von verschiedenen Außenlagern des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig (heute poln. Gdańsk) endete in einem Massaker am Strand in Palmnicken (heute russ. Yantarny) an der ostpreußischen Küste. Der Ort des Massakers liegt seit Kriegsende in der heute russischen Exklave Kaliningrader Gebiet. Das Massaker war bis Mitte der 1990er Jahre weitgehend unbekannt. Weder die Arbeit einer sowjetischen Untersuchungskommission nach dem Krieg, umfangreiche Vorermittlungen in Deutschland zwischen den 1950er bis 1970er Jahren, noch Ehrungen in Yad Vashem für sechs RetterInnen als „Gerechte unter den Völkern“ führten zu näherer Beleuchtung des Geschehens. Erst der 1995 veröffentlichte Bericht eines Zeitzeugen, eines Zuschauers aus der Gruppe der deutschen Täter (Bergau 1995), führte zu einer begrenzten öffentlichen Wahrnehmung und erster wissenschaftlicher Erwähnung des Massakers (Kossert 2004, Blatman 2011). Mit dem gegenwärtigen Forschungsvorhaben von Dr. Claudia Vollmer, angesiedelt an der Fernuniversität Hagen und durch ein Langzeitstipendium gefördert vom DHI Warschau wird eine bislang ausstehende, vertiefende und systematische Studie zu diesem NS Endphase-Verbrechen in Angriff genommen.

Die mikrogeschichtliche Annäherung an das Geschehen, basierend auf Unterlagen von vor allem Ermittlungsbehörden aber auch der Zivilgesellschaft in verschiedenen Ländern, bildet Ansatzpunkte für eine makrogeschichtliche Einordnung. Nachgegangen werden soll auch der Frage, was dazu beitrug, dass das Massaker von Palmnicken bis Mitte der 1990er Jahre der Öffentlichkeit und der Wissenschaft praktisch unbekannt bleiben konnte.  Mittels einer transnationalen Perspektive sollen neue Einsichten auf das Geschehen und die Nachgeschichte möglich werden, mit Fokus auf Deutschland, Polen und Sowjetunion/Russland. Die unterschiedlichen Interessen der drei Länder in Bezug auf die Aufarbeitung von NS Verbrechen im jeweiligen nationalen Kontext, aber auch im Zusammenhang mit dem beginnenden „Kalten Krieg“, sind für die Beantwortung der Forschungsfrage relevant.

In einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit den Phänomenen „Zwangsarbeit und Endphasenverbrechen in Ostpreußen“ sollen im Rahmen des Workshops verschiedene Beispiele und Fragestellungen diskutiert werden.

Dabei sind folgende Fragestellungen von besonderem Interesse:  

  • Aufgrund welcher Faktoren lässt sich 1944/45 von einem transnationalen Geschehen im ostpreußischen Raum sprechen?
  • Inwiefern bedingte die geographische Situation Ostpreußens Ausnahmesituationen bezüglich der nahenden Front und der dann folgenden Endphasenverbrechen?Welche besonderen Akteurskonstellationen lassen sich nachzeichnen?
  • Inwiefern wurden in Polen, Ungarn, Litauen und Lettland Lebenswege von Opfern des Massakers nachverfolgt?
  • Welche neuen Erkenntnisse gibt es bezüglich der juristische Aufarbeitung und Erinnerungskultur zu dem Massaker in den jeweiligen landes- und zeitgeschichtlichen Kontexten?

Der Workshop richtet sich sowohl an NachwuchswissenschaftlerInnen (Bachelor- und Masterstudierende, Promovierende) als auch an Post-Docs und Habilitierende unterschiedlicher Disziplinen und Arbeitsweisen, sowie an MitarbeiterInnen von Museen und Archiven. Für ReferentInnen des Workshops können Reise- und Übernachtungskosten im üblichen Rahmen erstattet werden.

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