Europa im Widerstand – Widerstand gegen Europa

Podiumsdiskussion

Mo. 26.09.2022 | 15:30 Uhr
Dr. Beata Jurkowicz
Dr. Olga Gontarska
Prof. Dr. Miloš Řezník
Berlin

Am 26. September 2022 findet die Veranstaltung „Europa im Widerstand – Widerstand gegen Europa“ im Futurium, Berlin statt. Auf dem Programm stehen ein World-Café-Format („MWS-Europe-Lab“) am Nachmittag sowie eine Podiumsdiskussion am Abend. Als Expert/innen nehmen Wissenschaftler/innen aus dem MWS-Verbundprojekt „(De)Constructing Europe – EU-Scepticism in European Integration History“ teil. Eine Anmeldung ist bis zum 23. September möglich.

Der russische Krieg gegen die Ukraine stellt die EU auf die Probe. Statt der Aushandlung von Regeln im gemeinsamen Markt verlangen die jüngsten Ereignisse unmittelbare Reaktionen auf unbekanntem Terrain. Skeptikern schien bereits nach den Erfahrungen von Pandemie, Brexit, Flüchtlingswelle und der Eurokrise mehr als ungewiss, ob die EU ihr Versprechen eines friedlichen Europa, das sich nach außen erweitert und nach innen harmonisiert, würde einlösen können. Der Wortsinn von Krise ist Wendepunkt. Steht die EU an einem solchen historischen Wendepunkt, der über ihr zukünftiges Schicksal entscheidet?

Aus historischer Sicht ist es fragwürdig, die Geschichte der EG und später der EU als eine Geschichte stetiger Erweiterung und Vertiefung zu erzählen, die erst nach dem Vertrag von Maastricht von 1992 in verhängnisvolle Untiefen geriet. Die europäische Einigung hat ihre Richtung seit den Römischen Verträgen von 1957 wiederholt geändert und die damit heraufbeschworenen Konflikte haben diesen Prozess geprägt und bestimmt. Erst wenn die aktuellen Entwicklungen vor dem Hintergrund dieser weiter zurückreichenden Konfliktgeschichte der europäischen Integration diskutiert werden, erhält die Frage nach dem gegenwärtigen Zustand der EU eine klare Kontur.

Wie haben äußere und innere Krisen die Entwicklung der europäischen Integration in der Vergangenheit beeinflusst? Welche Vorstellungen von Europa prägen den Verlauf der europäischen Integration? Wie werden Hierarchien zwischen europäischen Regionen im Projekt der Integration reproduziert oder ausgeglichen? Welche politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse machen EU-Beitritt oder EU-Austritt für Staaten attraktiv? Was kann man aus der Skepsis gegenüber der europäischen Einigung für die zukünftige Förderung von Zusammenhalt in Europa lernen? Sind Aufstieg und plötzlicher Fall die passenden Parameter für die Deutung der jüngeren Entwicklung der europäischen Integration?

Programm

15.30 Einlass
16:00 MWS-Europe-Lab (Veranstaltungssprache: Englisch)
18:00 Pause
18:15 Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Jens Brandenburg
18:30 Grußwort des MWS-Präsidenten Prof. Dr. Hans van Ess
18:45 Podiumsdiskussion (Veranstaltungssprache: Deutsch)
19:45 offene Diskussion mit dem Publikum
20:15 Empfang
22:00 Ende der Veranstaltung

 Flyer

Poster

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