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Tagung

Measuring the Nation. Collecting, Interpreting, and Digital Processing of Historical Data

Datum und Ort

Di. 29.09.2026 | 09:00

Warschau

Das Tadeusz-Manteuffel-Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau organisiert in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau und dem Mazowischen Zentrum für Lehrerfortbildung eine internationale Konferenz „Measuring the Nation. Collecting, Interpreting, and Digital Processing of Historical Data“. Sie findet vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Warschau statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Konferenz: ihpan.edu.pl/measuring-nation/

Das Projekt wird aus Mitteln des Staatshaushalts finanziert, die vom Minister für Wissenschaft und Hochschulwesen im Rahmen des Programms „Wektory Nauki“ (Projekt-Nr. WNK/SP/0147/2025/01) bewilligt wurden; die Förderhöhe beträgt 229.872,50 PLN, der Gesamtwert des Projekts beläuft sich auf 289.052,50 PLN.

Die Forschung im Bereich der Digital Humanities, die sich seit mindestens einem Dutzend Jahren entwickelt, weist neben offensichtlichen Gemeinsamkeiten auch disziplinäre und regionale Besonderheiten auf. Im Bereich der Geschichtswissenschaft und der damit verbundenen Wissenschaften umfasst ihr Gegenstand häufig vom Staat produzierte Massenquellen. Deren Digitalisierung, Aufbereitung und angemessene Verbreitung dienen sowohl Forschungszwecken als auch der Förderung von Wissen und bürgerschaftlichem Engagement, was sich beispielsweise im Einsatz für den Schutz des lokalen Kulturerbes äußert.

Schon vor der digitalen Revolution in der Veröffentlichung historischer Daten vollzog sich ein Wandel in der Geschichte der Humanwissenschaften im weiteren Sinne, einschließlich der Statistik und der Kartografie. Die Pioniere der Neuen Wirtschaftsgeschichte nutzten die Analyse von Massenquellen, um tief verwurzelte Einschätzungen über wirtschaftliche Verhältnisse in der Vergangenheit zu überprüfen. In der Geschichte der Geografie betrachteten Forscher wie John Brian Harley Karten als normative Elemente, die weniger ein Abbild der sozialen Realität waren als vielmehr Versuche, diese aktiv zu gestalten. Aus dieser Perspektive sind die im 19. und 20. Jahrhundert entstandenen Massenquellen ein Bestandteil des modernen Strebens nach Ordnung und Kontrolle. Sie sind eine unersetzliche Quelle für die Untersuchung der Prozesse der Wissensproduktion und der Weltanschauung ihrer Schöpfer, doch ihr direkter Informationswert ist fraglich. Die hinter den Massenquellen verborgene Vergangenheit lässt sich nicht immer erfassen und verifizieren.

Die interdisziplinäre Konferenz „Measuring the Nation: Sammlung, Interpretation und digitale Aufbereitung historischer Daten“ bietet eine Plattform für den Austausch zwischen Vertretern verschiedener Disziplinen und Forschungstraditionen, die sich mit Massenquellen zu Ostmitteleuropa und darüber hinaus aus dem 19. und 20. Jahrhundert befassen. Das Zusammentreffen von Forscher:innen, die mitunter sehr unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Quellen vertreten, zielt nicht darauf ab, eine einheitliche Position zu entwickeln. Vielmehr soll daraus ein offener Katalog von Forschungsfragen und -praktiken entstehen, der die unterschiedlichen Perspektiven von Ideengeschichtler:innen und Wirtschaftshistoriker:innen, Quellenherausgeber:innen, historischen Demograf:innen, Spezialist:innen für Digital Humanities und Kulturwissenschaftler:innen berücksichtigt.

Konferenzsprachen: Englisch, Polnisch

Veranstalter:

  • Manteuffel-Institut für Geschichte, Polnische Akademie der Wissenschaften
  • Deutsches Historisches Institut Warschau
  • Masowisches Regionalzentrum für Lehrerfortbildung

Konferenzkomitee:

  • Dr. Wiesława Duży, Spatial History Lab, Abteilung für Historische Atlanten, IH PAN
  • Prof. Maciej Górny, Abteilung für Ideengeschichte und Geschichte der Intelligenz im 19. und 20. Jahrhundert, IH PAN, stellvertretender Direktor für Forschung
  • Dr. Tomasz Panecki, Leiter der Abteilung für Historische Atlanten, IH PAN
  • Prof. Magdalena Saryusz-Wolska, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts Warschau
  • Prof. Bogumił Szady, Leiter des Instituts für Kirchengeschichtliche Geographie in Polen, Katholische Universität Johannes Paul II. in Lublin
  • Dr. Adrianna Sznapik, Abteilung für retrospektive Bibliografie des 19. und 20. Jahrhunderts, IH PAN
  • Dr. Adam Zapała, Leiter des Digital History Lab, Abteilung für historische Atlanten, IH PAN

Konferenzsekretär: Dr. Michał Raczkowski

Kontakt:measuringnation@ihpan.edu.pl

Vorläufiges Programm