Prof. Dr. Christofer Herrmann: Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg

Vortrag

Mo. 23.09.2019 | 17:00 Uhr
Vilnius

Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg diente zwischen 1331 und 1457 als Residenz für das Oberhaupt des Deutschen Ordens. Nach einem großartigen Erweiterungsbau zwischen den Jahren 1380 und 1396 zählte er zu den herausragenden, modernsten und stilistisch eigenwilligsten Bauten seiner Art in Europa. Er war Ort für Repräsentation, Verwaltung und das private Wohnen eines mittelalterlichen Fürsten, ausgestattet mit dem höchsten Wohnkomfort seiner Zeit und zahlreichen technischen Innovationen. Hierzu gehörten eine zentrale Warmluftheizung, bequem zugängliche Toiletten, Wasserversorgung und versteckte Dienergänge, über die die Gäste des Hochmeisters mit ‚unsichtbarer Hand‘ Getränke und Konfekt gereicht bekamen. In mehreren, Sälen fanden Verhandlungen, Ständetage, Schiedsgerichte, Ratssitzungen oder Audienzen statt. Die Quellen berichten zudem über die Tätigkeiten vom Kellerknecht über die Köche, Musikanten, Hofnarren und „Krüppel“, Schreiber und Juristen, bis hin zum Kaplan und seinen Schülern. Im Rahmen eines DFG-Projektes an der TU Berlin wurden die Baugeschichte bis ins Detail rekonstruiert, die europäischen Bezüge aufgezeigt und auch das Leben hinter den Palastmauern nachgezeichnet. Die Forschungsergebnisse liegen nun in einer umfangreichen Monografie vor. Der Vortrag wird die wesentlichen Forschungsergebnisse in einem Überblick präsentieren.

Christofer Herrmann ist außerordentlicher Professor am Institut für Kunstgeschichte der Universität Danzig. 2005 habilitierte er an der Universität Greifswald zum Thema „Mittelalterliche Architektur im Preußenland“. Zuletzt erschienen: Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg. Konzeption, Bau und Nutzung der modernsten Fürstenresidenz um 1400, Petersberg 2019

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