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Vortrag

Prof. B. Ann Tlusty: Enchanted Weapons as a Response to War in Early Modern Germany

Datum und Ort

Mo. 08.12.2025 | 17:00

Vilnius

Zeichnung: Illustration aus Francesco Petrarca

Eine Reihe von Historiker:innen brachte den Anstieg der Besorgnis über Magie und Hexerei in der frühen Neuzeit mit ständiger Unsicherheit in Verbindung. Diese wurde durch schlechtes Wetter, religiöse Konflikte, Inflation, Hungersnöte, Krankheiten und Kriege verursacht. Vor allem in Kriegszeiten war der Tod jederzeit präsent. Für diejenigen, die am stärksten von den Unwägbarkeiten des Krieges und der Armut betroffen waren, war es nur logisch, sich zum Schutz der Magie zuzuwenden.

In diesem Vortrag wird die in der frühen Neuzeit in Deutschland weit verbreitete Kunst der Verzauberung von Waffen untersucht. Zu dieser Kategorie der Magie gehörten nicht nur verzauberte Schwerter, Pfeile und Kugeln, sondern auch der Einsatz von Waffen (insbesondere Schwertern und Messern) als Werkzeuge zum Zaubern, für Zaubersprüche und zur Schatzsuche. 

Waffenzauber wurden überwiegend von Männern angewendet und oft unter Verwendung von Zutaten und Methoden, die mit wissenschaftlichen Bereichen wie Medizin, Theologie und Alchemie in Verbindung standen. Die Dämonisierung magischer Praktiken in Zeiten der Hexenverfolgung verstärkte den Faktor der Tapferkeit. Denn Männer stellten die eigene Handlungsfähigkeit über Gehorsam und forderten sowohl weltliche als auch spirituelle Autoritäten direkt heraus. So verschafften sie sich einen übernatürlichen Vorteil gegenüber ihren Gegnern.

B. Ann Tlusty ist Sozial- und Kulturhistorikerin sowie Professorin für Geschichte (emerita) an der Bucknell University. Sie spezialisiert sich auf geschlechtsspezifisches Verhalten und soziale Identität im frühneuzeitlichen Europa. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht sie das Konstrukt der Männlichkeit im frühneuzeitlichen Deutschland, insbesondere im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen Magie und Wissenschaft. Zu ihren Veröffentlichungen gehören The Martial Ethic in Early Modern Germany: Civic Duty and the Right of Arms (2011); Bacchus and Civic Order: The Culture of Drink in Early Modern Augsburg (2001) sowie zahlreiche Anthologien, Artikel und Quellenausgaben zu sozialhistorischen Themen wie Trinken, Glücksspiel, Kämpfen, Kampfsport, Bürgerwehr, Kriegsmagie und der Sozialgeschichte der Sprache „von unten”.

Wir laden herzlich zum öffentlichen Vortrag in Vilnius ein. Die Veranstaltung wird von unserer Außenstelle Vilnius in Kooperation mit dem Max Weber Netzwerk Osteuropa organisiert. 

Vortragssprache: Englisch

Veranstaltungsort: Vilnius University Faculty of History, auditorium 211.

Moderation: Dr. Kirill Lewinson (Max Weber Netzwerk Osteuropa)

Abb. Schatzsuche. Illustration aus Francesco Petrarca, Von der Artzney bayder Glück (1532), fol. 71r.