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Vortrag

Rede von Prof. Karl Schlögel beim Thomas-Mann-Festival in Nida

Datum und Ort

Mi. 15.07.2026 | 16:00

Nida

Copyright: Phil Dera

Die Außenstelle Vilnius des Deutschen Historischen Instituts Warschau beteiligt sich an der Organisation des 30. Thomas-Mann-Festivals in Nida. Das Thema des diesjährigen Festivals lautet „Die Zeit ist aus den Fugen. Hoffnung“. Als Gastredner ist Professor Karl Schlögel geladen.

Karl Schlögel (geb. 1948) ist Historiker und Experte für Ost- und Mitteleuropa. Er studierte Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik. 1990 wurde er Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz. Von 1995 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 lehrte Schlögel an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Seit vier Jahrzehnten untersucht Schlögel die Sowjetzeit, den stalinistischen Terror, Städte und Landschaften Mittel- und Osteuropas, Alltagskultur, Migrationsprozesse, die russische imperiale Aggression und den Überlebenskampf der Ukraine. Dabei verbindet er empirische Geschichtsforschung mit persönlichen Erfahrungen.

Schlögel war einer der Ersten, der nach der Annexion der Krim vor der aggressiven Politik Putins warnte. Er reiste in die Ukraine, um sich aus erster Hand ein Bild von den Folgen des Krieges zu machen. Prof. Schlögel betont, der Krieg werde nicht allein an der Front entschieden, und Frieden in Europa sei nur mit einer freien Ukraine möglich. In seinem jüngsten Werk Auf der Sandbank der Zeit. Der Historiker als Chronist der Gegenwart (2025) reflektiert er über die Rolle des Forschenden selbst vor dem Hintergrund der heutigen Krisen und des Krieges. All diese Themen wird Prof. Schlögel in seinem Vortrag reflektieren.

Schlögels wissenschaftliches und journalistisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen wie dem Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Literatur (2004), dem Preis der Historischen Hochschule München (2016), dem Preis der Leipziger Buchmesse (2018), dem Gerda-Henkel-Preis (2024) ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2025) und ist zudem Träger des Ordens „Pour le mérite“.

Der Vortrag wird moderiert von Dr. Povilas Dikavičius. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau und Leiter der Außenstelle in Vilnius. Dr. Dikavičius promovierte in Vergleichender Geschichte an der Central European University (Budapest, Wien) und ist Experte für Ostmitteleuropa in der Frühen Neuzeit. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gewaltgeschichte, humanistisches politisches Denken und soziale Hierarchien.

Datum: 15. Juli 2026
Uhrzeit: 16:00-17:00 Uhr
Ort: Thomas-Mann-Haus, Nida 

Weitere Informationen zum Festival: http://thomas-mann-haus.de/festivalprogramm-aktuell

Foto: Copyright: Phil Dera