Neuerscheinung: Maciej Górny, Kreślarze ojczyzn. Geografowie i granice międzywojennej Europy (Vaterlandszeichner. Geografen und die Grenzen Zwischenkriegseuropas)

In seiner Monografie beschäftigt sich der Autor mit Kommunikations- und Argumentationsstrategien von Geografen aus Ostmitteleuropa vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die dreißiger Jahre. Die Arbeit verbindet Methoden der Kollektivbiografie mit solchen der Wissenschaftsgeschichte und der spatial history. Vor dem Hintergrund der damaligen politischen Ereignisse werden Texte und Karten ausgewählter polnischer, tschechischer, serbischer, ukrainischer, ungarischer, rumänischer und deutscher Geografen ebenso analysiert wie Debatten und Argumentationen rund um ihr Werk, ihre Bekanntschaften und Freundschaften, aber auch Animositäten. Denn die Geschichte der „nationalen Wissenschaft“, zu der die Geografie im 20. Jahrhundert wurde, ist auch eine Geschichte der individuellen Schicksale von Wissenschaftlern und Politikern. Das östliche und südöstliche Europa, auf das sich das Buch konzentriert, ist eine Region, in der eine politisierte Geografie außergewöhnlich breit wirkte und ihre Vertreter nicht selten öffentliche Schlüsselpositionen innehatten. Darin liegt die Bedeutung des Themas für die allgemeine Wissenschaftsgeschichte.
Die Monografie ist aus einem Forschungsprojekt am DHI Warschau hervorgegangen, an dem Maciej Górny als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Der Historiker und Slawist ist zudem Dozent am Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften, seit 2015 als außerordentlicher Professor.

Maciej Górny: Kreślarze ojczyzn. Geografowie i granice międzywojennej Europy [= Metamorfozy społeczne, Bd. 11]. IH PAN, Warszawa 2017, 264 S., zahlreiche IIlustrationen. ISBN 978-83-65880-05-5.

17
Okt
Kolloquium
Piotr Franz (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder)
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