Prof. Dr. Joep Leerssen: Historismus und Mythologie zwischen Polen und Finnland: kulturelle Diffusion und nationale Identität.

Vortrag

Di. 24.03.2015 | 18:00 Uhr

Die Nationsbildung des 19. Jahrhunderts sah sich selbst als politische Konkretisierung einer präexistierenden kulturellen ("nationalen") Identität. Dass diese Identitäten Teil einer fließenden Dynamik waren, und manchmal erst im Laufe eines komplexen und multipolaren Kristallisierungsprozesses nationale Spezifizität und Bedeutung gewannen, wird in den letzten Jahrzehnten durch transnationale komparatistische Analysen deutlich. Ein Beispiel dafür bieten die sich herausbildenden nationalen Mythologien der baltischen Länder (Estland, Lettland, Litauen) und ihre Formierung im kulturellen Kontakt mit den deutschen, polnischen und finnischen Philologen.


Joep Leerssen, geb. 1955 ist Akademieprofessor für Europa-Studien an der Universität Amsterdam. Studium der Komparatistik an der Universität Aachen und der Anglo-Irischen Studien an der University College Dublin. Seit seiner Promotion an der Universität Utrecht über die Vorgeschichte des irischen Kulturnationalismus (1986) lehrt er an der Universität Amsterdam. Außerdem war er 1996-2005 Direktor des Huizinga-Instituts (Niederländisches Forschungsinstitut für Kulturgeschichte). Seine Forschungsinteressen und Veröffentlichungen liegen vorrangig auf dem Gebiet der transnationalen Stereotypenforschung ("Imagologie") und der Geschichte des Kulturnationalismus in Europa. Er leitet die Study Platform on Interlocking Nationalisms (SPIN, www.spinnet.eu).

 

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Nov
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Maren Hachmeister (Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, München)
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