Zeitzeugen gesucht!

Historikerin sucht Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für ein historisches Projekt über den Alltag unter der deutschen Besatzung mit dem Schwerpunkt auf Geschlechterbeziehungen

Die Schönheit der Polinnen ist ein wiederkehrendes Motiv in den Erinnerungsbüchern deutscher Soldaten. Auch in Fotoalben aus der Besatzungszeit findet man neben Schnappschüssen der Landser mit der polnischen weiblichen Bevölkerung bzw. den bei der deutschen militärischen und zivilen Besatzung angestellten Frauen Kommentare über die schönen Polinnen – und all dies, obwohl die NS-Propaganda die Polen zu Untermenschen deklarierte und jeglichen engeren Kontakt zu verhindern suchte.

Wie sahen nun aber die Beziehungen der deutschen Soldaten zu polnischen Frauen in der Realität des Besatzungsalltages aus? Gab es trotz der rassistischen Trennung Einladungen zum Spaziergang, Kaffee und Tanz von Seiten der deutschen Soldaten und der Angehörigen der Zivilbesatzung? Was geschah, wenn solche Offerten angenommen wurden? Wie reagierten Familie, Nachbarn und die polnischen Untergrundorganisationen? Gab es Fälle von Zuneigung oder auch Berechnung, die Frauen zum Wechsel der Nationalität veranlassten, um als Volksdeutsche einen deutschen Besatzer heiraten zu können?
Und was passierte, wenn Annäherungsversuche abgelehnt wurde: Kam es zu verbalen und körperlichen Belästigungen bis hin zu Vergewaltigungen? Nahmen sich die deutschen Besatzer mit Gewalt, was ihnen gefiel?

Und gab es in Polen Kinder aus solchen Beziehungen und Gewaltakten, wie für viele andere europäische Länder inzwischen nachgewiesen wurde? Und welches Schicksal erfuhren diese nach dem Ende des Krieges?

Falls Ihnen etwas über dieses Thema bekannt ist, Sie oder Jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis betroffen waren, bitten wir um Kontaktaufnahme. Selbstverständlich werden die Angaben vertraulich behandelt.  

Bitte wenden Sie sich per Post, E-Mail oder Telefon an Frau Maren Röger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut in Warschau.
M.A. Maren Röger, Niemiecki Instytut Historyczny w Warszawie, Palac Karnickich, Aleje Ujazdowskie 39, PL 00-540 Warszawa, +48 (0) 22-5 25 83-24, Roeger(at)dhi.waw.pl

26
Jun
Kolloquium
Ekaterina Oleshkevich (Bar-Ilan University, Israel): Baby farming in the Polish lands: moral economy and changing maternal perceptions
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