Erste Hybridpublikation

Erstmals in seiner Geschichte publiziert das Deutsche Historische Institut in Warschau ein Buch gleichzeitig im klassischen Printmedium und als online-Version auf der Plattform perspectivia.net.

Den englischsprachigen, im fibre-Verlag verőffentlichten Sammelband „Expert Cultures in Central Eastern Europe. The Internationalization of Knowledge and the Transformation of Nation States since World War I“ aus der Reihe „Einzelverőffentlichungen des Deutschen Historischen Warschau“ erhalten  die Leser  ab sofort  im Buchhandel und als Digitalisat auf der Internetplattform www.perspectivia.net. Der Band, herausgegeben von Martin Kohlrausch, Katrin Steffen und Stefan Wiederkehr, geht auf einen internationalen Workshop zurück, der vom Deutschen Historischen Institut in Warschau mit Unterstützung der European Science Foundation im September 2008 zum Thema „The International Community of Experts and the Transformation of the Fatherland. Central Eastern Europe in the European Context since WWI“ durchgeführt worden ist.

Dreizehn Beiträge amerikanischer, britischer, deutscher, finnischer und polnischer Historiker/innen untersuchen das Phänomen des Aufstiegs der Experten in Mittel- und Osteuropa im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die komplexen Wechselwirkungen im Agieren dieser Gruppen zwischen den politischen Anforderungen der nach 1918 in der Region neu gegründeten Nationalstaaten und der transnationalen Kooperation. Der zeitliche Rahmen der Untersuchungen erstreckt sich vom Ende der dynastischen Imperien nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Fall des Kommunismus. Die beiden ersten Sektionen des Bandes analysieren u. a. die Popularität der technokratischen Lösungen in Polen und in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit als Instrumente der Modernisierung sowie die Aspekte des Wissenstransfers  zwischen den USA und Mittel- und Osteuropa.

Der letzte Teil der Publikation schildert u. a. das Funktionieren der transnationalen Expertennetzwerke zwischen Ost und West in der Zeit des Kalten Krieges und den technologischen Transfer zwischen der Sowjetunion und Westdeutschland. Last but not least wird in der Sektion dargestellt, wie die zuerst apolitischen Expertengruppen im Bereich des Verbraucherschutzes zu einer einflussreichen Gruppierung innerhalb der polnischen Solidarność-Bewegung nach 1981 geworden sind.

Expert Cultures in Central Eastern Europe. The Internationalization of Knowledge and the Transformation of Nation States since World War I, hrsg. von  Martin Kohlrausch, Katrin Steffen und Stefan Wiederkehr, Osnabrück 2010, 272 S., EUR 48, - ISBN 978-3-938400-58-6

22
Apr
Tagung
Workshop „Infrastructures of Memory. Actants of Globalisation and their Impact on German and Polish Memory Culture”
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