Geschichte begeistert - Gelungene Messe für DHIW und Besucher

Rund um den Warschauer Kultur- und Wissenschaftspalast präsentierten sich vom 25.-28. Mai 2023 zahlreiche Aussteller der Literatur- und Verlagsbranche aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern. Auch das DHI Warschau war in diesem Jahr wieder mit einem Informationsstand auf der internationalen Buchmesse in Warschau vertreten. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vier Tage lang die aktuellsten DHIW-Neuerscheinungen sowie weitere Bände aller institutseigenen Publikationsreihen.

Eine Aktion begeisterte die historisch interessierten Messegäste besonders: Zum 30. Institutsjubiläum verschenkte das DHI Warschau 250 attraktive Fachpublikationen. Den Großteil davon machten Bücher der DHI-Reihe Klio w Niemczech aus, in der das DHIW Übersetzungen deutscher Publikationen ins Polnische herausgibt. Zu den weiteren Highlights des Programms zählten fünf Vorträge und Debatten zu aktuellen Themen, die an den ersten beiden Messetagen zahlreiche Interessierte in den historischen Mickiewicz-Saal lockten. Den Auftakt machte ein gemeinsamer Vortrag der DHIW-Stipendiatinnen Olga Barvinok, Olena Sokalska und Larysa Zherebtsova, die das ukrainische Verlags- und Publikationswesen vorstellten.
Sie thematisierten die Herausforderungen für ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch den begrenzten Zugang zu Archiven und
digitalen Quellen, zogen Vergleiche zum polnischen Publikationswesen und präsentierten mögliche Strategien für die zukünftige Forschungsarbeit.

Anlässlich des 90. Jahrestages der Tragödie der Großen Hungersnot Holodomor in diesem Jahr, präsentierten die Forscherinnen und Forscher der Publikation „Holodomor of 1932–33 in Ukraine. Documents and Materials“ ihr Buchprojekt. Die zweite Diskussion wurde von Stipendiatinnen des DHIW-Projekts „Forschungsperspektive Ukraine“ moderiert.

Um die deutsche Besatzung aus der Perspektive von Raum und Architektur ging es in der letzten Veranstaltung am Donnerstag. Annika Wienert (DHIW), Aleksandra Paradowska und Aleksandra Skrabek sprachen über die Bücher „Ordnungswahn – Architekten planen im „eingedeutschten Osten‘ 1939-1945” (Niels Gutschow) und „Das Lager vorstellen: Die Architektur der nationalsozialistischen Vernichtungslager“ (Annika Wienert). Beide Publikationen sind kürzlich in polnischer Übersetzung erschienen und beschäftigen sich mit der Architektur des Nationalsozialismus. Neben der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den nationalsozialistischen Raumordnungsplänen des „neuen deutschen Ostens“, den Entwürfen der „deutschen Städte“ und den Vernichtungslagern der Operation Reinhardt gibt, wurde die Rolle von Planern und Architekten für die Holocaust-Forschung diskutiert.

Im Fokus der Buchvorstellung am zweiten Messetag stand die Figur des ostpreußischen Gauleiters Erich Koch, eines in Polen zum Tode verurteilten
Kriegsverbrechers, der noch heute großes Interesse erregt. Der DHIW-Wissenschaftler und Autor Ralf Meindl stellte sich gemeinsam mit der Übersetzerin des Bandes Joanna Black-Meindl den Fragen des interessierten Messepublikums. Anlass des Autorentreffens war die im letzten Jahr erschienene polnische Ausgabe des deutschen Originals von 2007.

Den Abschluss des gut besuchten DHIW-Veranstaltungsprogramms bildete eine Diskussion über den so genannten „Russkij mir“ als ideologische Grundlage der Politik der Russischen Föderation im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg, die von Alena Bagro, Anastasiia Bozhenko und Tetiana Kovalenko moderiert wurde. Die internationale Buchmesse in Warschau ist eine gute Gelegenheit, die Bibliothek und Projekte des DHIW vorzustellen und eine breite regionale Öffentlichkeit auf die Arbeit des Instituts aufmerksam zu machen und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie historisch Interessierten ins Gespräch zu kommen. Gastland war in diesem Jahr die Ukraine.

28
Aug
Ausstellung
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