Doktorandenstipendium an der Universität Lodz

Das Deutsche Historische Institut Warschau und die Universität Lodz vergeben zwei Stipendien für Doktorand:innen im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Infrastrukturen des Gedächtnisses. Aktanten des Globalisierungsprozesses und ihr Einfluss auf die deutsche und polnische Erinnerungskultur“, das von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung gefördert wird.

Über das Projekt:
Die Auswirkung infrastruktureller Bedingungen auf die Erinnerungskultur ist noch nicht vollständig erkannt. Im Projekt wird deshalb untersucht, welche Faktoren die Gestaltung von Ausstellungen (künstlerischen, historischen, ethnographischen, in Gedenkstätten etc.) als Erinnerungsmedien beeinflussen. Dazu gehören u.a. die Materialität von Artefakten, die Anforderungen an die Konservierung, die Architektur von Ausstellungsräumen, Installationsformate und Ausstellungstechniken, rechtliche Rahmenbedingungen, Managementstrategien und Finanzierungsformen der Kultureinrichtungen, Netzwerke der Zusammenarbeit, Praktiken der kulturellen Bildung sowie Umwelt- und Klimaaspekte. Darüber hinaus kann die Entwicklung lokaler und nationaler Erinnerungskulturen aufgrund der sich beschleunigenden Globalisierungsprozesse nicht losgelöst von den transnationalen Veränderungen betrachtet werden. Das Projekt untersucht daher die Entwicklung der deutschen und/oder polnischen Erinnerungskulturen im transnationalen Kontext. Konkret konzentriert es sich auf verschiedene Arten von Ausstellungen, die die polnische und deutsche Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts präsentieren, soweit sie sich mit den Beziehungen zwischen den beiden Ländern befassen. Dabei berücksichtigt das Projekt die Rolle sowohl menschlicher als auch nicht-menschlicher Akteure, die die kulturelle Produktion bestimmen.

Projektleitung:
Dr. Tomasz Załuski (Universität Lodz) und Dr. habil. Magdalena Saryusz-Wolska (Deutsches Historisches Institut Warschau).

Aufgaben:
Die beiden Doktorand:innen sollen die Rezeption und Auswirkung ausgewählter Ausstellungen in Polen und Deutschland. Der Fokus der Ausstellungen muss auf dem Zweiten Weltkrieg und/oder dem Holocaust liegen; sie müssen in den letzten zwei Jahrzehnten präsentiert worden sein. Zu den Methoden gehören: Diskursanalyse, Archivrecherchen, Experteninterviews, Analyse kuratorischer Strategien und pädagogischer Programme sowie Inhaltsanalyse mit Schwerpunkt auf die Verflechtungen von Ausstellungsnarrativen. Die Doktorand:innen sollten ihre Forschungsarbeiten bis September 2026 abschließen und ihre Dissertationen bis September 2027 einreichen. Die Verteidigung der Dissertationen wird an der Philologischen Fakultät der Universität Lodz stattfinden.

Die Doktorand:innen sind verpflichtet:

  • eine Dissertation auf der Grundlage des Forschungsprojekts anzufertigen;
  • sich für das Thema des Projekts interessieren, d.h. für polnische und deutsche Erinnerungskulturen sowie für museum studies und exhibition studies;
  • die Forschungsergebnisse einzeln und in Zusammenarbeit mit den Projektleiter:innen in renommierten Zeitschriften und/oder renommierten Sammelbänden von internationaler Reichweite zu veröffentlichen;
  • die Ergebnisse auf internationalen Konferenzen und Seminaren zu präsentieren;
  • gute Kenntnisse des Forschungsapparats in Bereichen der memory studies, museum studies und exhibition studies nachweisen; über die Fähigkeit verfügen, Interviews zu führen und mit den erhobenen Daten zu arbeiten.

Wir bieten:

  • ein monatliches Stipendium in Polnischen Zlotys entsprechend 1000 Euro (brutto) von Oktober 2023 bis September 2027 (48 Monate); die Doktorand:innen müssen jährliche Berichte über den Fortschritt der Forschung und den Stand des Dissertationsprojekts vorlegen; wird der Bericht von den Projektleiter:innen nicht genehmigt, kann das Stipendium widerrufen werden;
  • Teilnahme an einem innovativen Forschungsprojekt, das einen Beitrag zu den memory studies, museum studies, exhibition studies in Polen und Deutschland leistet;
  • engagierte Betreuer:innen;
  • regelmäßige Forschungstreffen und Seminare für professionelles und konstruktives Feedback;
  • Zuschuss zu den Forschungskosten (Forschungsreisen, Literatur, Lektorat usw.);
  • ausgezeichnete Forschungsinfrastrukturen an den beteiligten Institutionen, d.h. der Universität Lodz, dem Deutschen Historischen Institut in Warschau und der Universität Regensburg;
  • ein Diplom (Doktortitel) der Universität Lodz nach erfolgreicher Verteidigung der Dissertation (cotutelle Programme sind innerhalb der Graduiertenschule möglich).

Voraussetzungen:

Die Kandidat:innen sollten einen ausgezeichneten MA-Diplom in Kulturwissenschaften, Geschichte, Soziologie, Kunstgeschichte, Anthropologie oder ähnlichen Bereichen aufweisen können. Sie sollten fließend Englisch und Polnisch oder Deutsch (vorzugsweise beides) sprechen. Es besteht keine Residenzpflicht am Standort der Forschungsinstitutionen (Lodz und Warschau). Die Doktorand:innen müssen jedoch persönlich an regelmäßigen Sitzungen und Seminaren an einer der beiden Institutionen teilnehmen; die Reisekosten zu diesen Veranstaltungen werden nicht übernommen.

 

Einzureichende Unterlagen:

  • eine Kopie des MA-Diploms;
  • Anschreiben mit einer Beschreibung der wissenschaftlichen Interessen und Leistungen, in englischer Sprache
  • ein Konzeptpapier zu den geplanten Forschungsarbeiten (max. 3 Seiten) innerhalb des thematischen Rahmens des Forschungsprogramms, in englischer Sprache;
  • Lebenslauf (einschließlich des bisherigen Bildungs- und Berufsweges sowie ggf. einer Liste von Veröffentlichungen und anderen wissenschaftlichen Leistungen);
  • Kopien von bis zu zwei wissenschaftlichen Artikeln (falls zutreffend);
  • mindestens ein Empfehlungsschreiben (falls vorhanden) und/oder die Namen und Kontaktinformationen von zwei Referenzpersonen;
  • die folgende Erklärung: "Ich bin mit der Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten für die Zwecke des Bewerbungsverfahrens einverstanden (gemäß dem Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten vom 29. August 1997, Gesetzblatt Nr. 133, Punkt 883)".

Unvollständige Bewerbungen werden abgelehnt. Die Auswahlkommission wertet die Bewerbungen aus, und die ausgewählten Bewerber:innen werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Es findet persönlich oder über eine Internetplattform in englischer und polnischer oder deutscher Sprache statt. Nach den Gesprächen erstellt die:er Vorsitzende:r der Kommission ein Protokoll mit der Information über das Ergebnis der Prozedur. Sollten weitere Fragen auftauchen, wird der Ausschuss die ausgewählten Personen per E-Mail oder Telefon kontaktieren. Die für die Stipendien ausgewählten Personen werden per E-Mail benachrichtigt.

Bewerbungen bitte bis zum 25. August 2023 mit dem Betreff „PhD Infrastructures“ an tomasz.zaluski@uni.lodz.pl senden. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgt spätestens am 21. September 2023.

Kandidat:innen, die ihre Projekte an der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften der Universität Lodz realisieren möchten, sollten ihre Bewerbungsunterlagen sowohl an die oben genannte Mailadresse als auch über das Portal der Universität Lodz https://www.uni.lodz.pl/sdnh/rekrutacja einreichen. Die Anmeldung zur Graduiertenschule ist freiwillig und hat keine Auswirkungen auf die Gesamthöhe des Stipendiums.

Die Forschungseinrichtungen, an denen das Projekt realisiert wird, sind familienfreundliche Arbeitgeber, denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein besonderes Anliegen ist. Sie setzen alle Anforderungen der Gleichstellungspolitik um.

 

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