CfP: Workshop "Neue Ansätze zur Geschichte der Suvalkija"

--- DEADLINE VERLÄNGERT BIS ZUM 30.04.2020! ---

Die Geschichte der Suvalkija (auch litauisch: Sūduva oder Užnemunė, polnisch: Suwalszczysna), eine der ethnographischen Regionen Litauens und Polens hat in den letzten Jahrzehnten wenig Aufmerksamkeit in der historischen und kulturhistorischen Forschung erfahren. Gründe dafür sind u. a., dass die historische Region 1920 zwischen Litauen und Polen geteilt wurde und zahlreiche Dokumente teilweise in litauischen, teilweise in polnischen Archiven, bzw. auch in Minsk aufbewahrt werden.


1795 besetzte Preußen bei der Dritten Teilung Polens diese Region. Nach dem Tilsiter Frieden (1807) ging sie in den Bestand des Herzogtums Warschau ein. Obwohl die preußische und die napoleonische Phase nur kurzen Bestand hatten, wirkten sie sich gerade in gesetzgeberischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen nachhaltig aus. Die Einwohnerschaft der Region bestand neben Litauern und Polen auch aus zahlreichen Deutschen und Juden. Auch wies sie Ende des 19. Jahrhunderts einen recht hohen Alphabetisierungsgrad auf. Während der Verhandlungen zwischen Hitler und Stalin im Spätsommer 1939 spielte ein Teil der Region, das Suwałki-Dreieck oder der Suwałki-Zipfel, ebenfalls eine Rolle. Das Territorium wurde im November 1939 dem preußischen Regierungsbezirk Gumbinnen angeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die historische Region teilweise zum Bestand der Litauischen SSR, teilweise zur Volksrepublik Polen. Die strikte Abschottung der UdSSR verhinderte eine gemeinsame Erforschung der Regionalgeschichte.
Viele Regionalmuseen sowohl in Litauen als auch in Polen befassen sich heute aktiv mit historischen und kulturhistorischen Fragen zu dieser Region. Ebenfalls existieren Forschungen zu unterschiedlichen ethnischen Gruppen. Ein für Herbst 2020 geplanter Workshop soll erstmals Vertreter der Forschung versammeln und Projekte, Forschungsvorhaben sowie Perspektiven diskutieren.

Wir sind besonders interessiert an:

  • Forschungsfragen zur Geschichte Ende des 18. Jh. und des 19. Jh. in der Region
  • Themen innerethnischer Beziehungen in der Region
  • städtebauliche und wirtschaftliche Aspekte im 19. Jh.
  • konfessionelle Beziehungen im 19. Jh.
  • Migrationsgeschichte im 18. und 19. Jh.

Wir erbitten Abstracts für Vorträge von max. 300 Worten und einen kurzen CV sowie Angaben zu aktiven und passiven Sprachkenntnissen bis zum 30. April 2020 per Mail an die u.a. Adresse. Nachwuchswissenschaftler/innen und Studierende im fortgeschrittenen Masterstudium werden ermutigt, sich zu bewerben. Mögliche Sprachen: Litauisch, Polnisch, Deutsch und Englisch.
Der zweitägige Workshop findet am 14./15. Oktober 2020 im Regionalmuseum in Marijampolė statt. Er wird veranstaltet von der Filiale Vilnius des Deutschen Historischen Instituts Warschau in Kooperation mit dem Regionalmuseum Marijampolė. Reise und Unterkunft für zugesagte Beiträge werden von den Organisatoren übernommen.

Dr. Gintarė Malinauskaitė
Außenstelle Vilnius des DHI Warschau, Jogailos g. 4, LT-01116 Vilnius, Litauen
malinauskaite@dhi.lt

Workshop "Neue Ansätze zur Geschichte der Suvalkija"
Datum: 14.-15. Oktober 2020
Veranstaltungsort: Regionalmuseum Marijampolė, Litauen
Organisation: Außenstelle Vilnius des DHIW in Kooperation mit dem Regionalmuseum Marijampolė

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