Der Jabłonowski-Preis geht an die deutsch-polnische Kunsthistorikerin und Germanistin Frau Dr. Agnieszka Gąsior

Die Direktorin des Schlesischen Museums in Görlitz, Dr. Agnieszka Gąsior wird in einer öffentlichen Veranstaltung der traditionsreiche Jabłonowski-Preis am Freitag, 7. Oktober 2022, 17:00 Uhr im Schlesischen Museum in Görlitz entgegennehmen. Sie bekommt den Preis in Anerkennung ihrer Verdienste als Wissenschaftlerin mit einem breiten, komparatistisch angelegten Forschungsspektrum, in dem Polen immer eine zentrale Rolle spielt. Den Preis stiftet die Universität Leipzig.

Über die Verleihung des Preises an Dr. Agnieszka Gąsior hat der Vorstand der Societas Jablonoviana bereits im Sommer 2021 entschieden, allerdings musste der feierliche Akt wegen der Corona Pandemie verschoben werden. Die aktuelle Preisträgerin Agnieszka Gąsior überzeugte mit ihren Leistungen und Verdienste um den deutsch-polnischen Wissenschaftsdialog. Geboren in Zielona Góra studierte sie Deutsche Philologie in Polen und anschließend Kunstwissenschaft und Neuere Deutsche Philologie an der Technischen Universität Berlin. Nach ihrer Promotion 2005 im Rahmen des Projekts „Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (ca. 1450–1550)“ folgten weitere Forschungsvorhaben zu „Transnationalität in den Erinnerungskulturen Ostmitteleuropas seit 1989“ und „Post-Panslavismus. Slavizität, Slavische Idee und Anislavismus im 20. und 21. Jahrhundert“, die sie am heutigen Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) realisierte. Ihr jüngstes Forschungsprojekt „Bellum, commercia et artes: Seehandel, Städtebau und künstlerische Repräsentation in Nordosteuropa im Zeitalter der Nordischen Kriege (1554–1721)“ gab den Anstoß zu dem internationalen Ausstellungsprojekt „Bellum et artes“, welches das GWZO in den Jahren 2021–2025 in Kooperation mit Museen in Dresden, Innsbruck, Breslau, Danzig, Mantua, Stockholm, Madrid und Görlitz realisiert.

Der Präses der Societas Jablonoviana, Prof. Dr. Miloš Řezník und zugleich der Direktor des Deutschen Historischen Institutes in Warschau unterstrich: „zum ersten Male findet die Preisverleihung an einem anderen deutschen Standort als in Leipzig statt, dem Sitz des Societas. Görlitz wurde gewählt als die Wirkungsstätte der Preisträgerin, als prominenter Ort der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, aber auch als ein Ort, an dem 1779 die zweite sächsische Gelehrtengesellschaft – die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gegründet wurde, nach der Societas Jablonoviana, die bereits 1774 vom Friedrich August III. bestätigt wurde.“

Die Societas Jablonoviana (Fürstlich Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig) vom Fürsten Józef Aleksander Jabłonowski (1711–1777), einem polnischen Mäzen der Kultur und Wissenschaften, an der Leipziger Universität ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es, die Wissenschaften zu fördern, indem jährlich Preisfragen in verschiedenen Disziplinen und die besten Arbeiten mit dem Jabłonowski-Preis ausgezeichnet wurden. In fast kontinuierlicher Arbeit verfolgt heute die Gesellschaft das Ziel, auf vielfältige Weise zur Entwicklung wissenschaftlicher und kultureller Beziehungen zwischen Deutschland und Polen beizutragen und somit die Verständigung zwischen beiden Völkern zu fördern. Alle zwei Jahre werden junge Wissenschaftler aus Polen und Deutschland ausgezeichnet, die den Blick auf das eigene oder das andere Land schärfen.

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